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Symposion

ÖBV-Veranstaltungen und Events 2001
Neue Arbeit – die Zukunft der Solidarität

ÖBV-Atrium, Grillparzerstr. 14, 1010 Wien
Symposion: 19. April 2001 ab 17.00 Uhr

In Expertenstatements und einer anschließenden Publikumsdiskussion wurden aktuelle Trends in der Arbeitswelt aufgezeigt. Gleichzeitig wurde die Rolle der Gewerkschaften im geänderten Umfeld hinterfragt.

Neue Arbeitsformen (Flexibilisierung, Individualisierung) sind in den letzten Jahren entstanden, die Verteilung der Lebensarbeitszeit hat sich gewandelt, das soziale Umfeld der Wohlstandsgesellschaft schafft eine neue gesellschaftliche Ordnung.

Bieten die Gewerkschaften auf diese Entwicklungen überzeugende Antworten?
Wie ist ihre Rolle in den Prozessen einer sich neu ordnenden Gesellschaft?

Agieren sie, wenn sie agieren und formulieren, konservativ, wenn sie im sozialen Dialog auf die Bewahrung der in jahrzehntelangen Konflikten und Verhandlungen erreichten Standards pochen?

Agieren sie konservativ, weil sie auf neue Fragen mit alten Antworten re-agieren?

Welche Zukunft steht den Gewerkschaften als Arbeitnehmervertretungen bevor, welcher Stellenwert wird ihnen im gesellschaftspolitischen Dialog zukommen?

Welchem Wandel sind die zentralen Werte der Gewerkschaftsbewegung, allen voran die Solidarität, unterworfen?

Wem nutzen die neuen Arbeitsformen? Kapital oder Arbeit? Oder bieten sie Vorteile für beide Seiten?

Diese Fragen standen am Anfang der von der ÖBV initiierten großen Diskussion, eingeleitet durch eine ORF-Dokumentation von Renata Schmidtkunz, die auch die Diskussion leitete.

Im Laufe der vergangenen Monate - Urabstimmung, Neugruppierung der Einzelgewerkschaften - hat sich erwiesen, wie aktuell diese Fragestellungen sind und wie wichtig es ist, die verschiedensten Positionen an einem Tisch zu versammeln.

Oft meinen verschiedene Gruppierungen dasselbe, verstehen einander im gesellschaftspolitischen Tagesdiskurs zu wenig. Im Atrium der ÖBV gab es die Gelegenheit, aufeinander zu hören und in aller Besonnenheit die einzelnen Positionen gegeneinander abzuwägen.

Besonders aufschlussreich war die Debatte zwischen den etablierten Gewerkschaftsfunktionären und dem Vertreter der katholischen Soziallehre, P. Johannes Schasching.
War doch gerade in Grundsatzfragen wie dem Recht auf Arbeit und dem solidarischen Handeln zwischen den Gesellschaftsgruppen große Einmütigkeit zu verspüren.


Referenten

Johann Judmann - geb. 1941, erlernter Beruf Elektromechaniker, Gymnasium, bei Siemens AG Österreich seit 1962, Mitglied des Aufsichtsrates, Vorsitzender des Konzernbetriebsrates, Siemens-Europa-Betriebsrat, seit 1998 Vorsitzender der GPA Landesleitung Wien

Hans Sallmutter - geb. 1945, Berufsschule, Sozialakademie, seit 1994 Vorsitzender der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA), seit 1995 Vizepräsident des ÖGB, seit 1997 Präsident des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger

P. Johannes Schasching SJ - geb. 1917, Matura, Eintritt in den, Jesuitenorden 1937, 1946 Weihe zum Priester, Habilitation an der Universität Innsbruck in spezieller Ethik und Soziologie, Berufung an die Päpstliche Universität Gregoriana in Rom, Konsultor der Römischen Kurie, 1991 Rückkehr nach Österreich, Mitarbeiter der Katholischen Sozialakademie Österreichs

Dr. Peter Strahammer - geb. 1944, Jusstudium an der Universität Wien, 1973 Eintritt in die VOEST-ALPINE AG, ab 1988 Mitglied des Vorstandes der VOEST-ALPINE STAHL AG, seit September 1999 Vorsitzender des Vorstandes

Leke Van den Burg - geb. 1952, Studium der Sozialwissenschaften an der Universität Utrecht, Abschluss zum Offset-Drucker 1982, Funktionärin im Niederländischen Gewerkschaftsbund FNV, Abgeordnete zum Europaparlament (Partei der Arbeit), Mitglied im Ausschuss für Beschäftigung und Soziales, Ersatzmitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Finanzen

Dkfm. Dr. Ewald Walterskirchen - geb. 1945, Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien (Welthandel, Betriebs- und Volkswirtschaft), seit 1970 Wirtschaftsforscher mit Schwerpunkten Makroökonomie und Arbeitsmarktpolitik am Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO), Wien

Mag. Norbert Zimmermann - geb. 1947, Matura in Bregenz,
Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien, berufliche Erfahrung bei IBM Wien, Spar Österreichische Warenhandels AG, Böhm Ges.m.b.H., seit 1988 Management Buy Out, Miteigentümer und Vorstand der Berndorf Aktiengesellschaf

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