ÖBV-Veranstaltungen und Events 2002
ferner. fremder. divan
Lesung mit Lichtinstallationen
ÖBV-Atrium, Grillparzerstr. 14, 1010 Wien
18., 19. und 20. März 2002
Die Autoren:
Dschelaleddin Rumí
Der persische Dichter und Mystiker der islamischen Sufi Tradition wurde 1207 in Balkh, im heutigen Afghanistan, geboren. Er wurde von seinem Vater unterrichtet, mit dem er auch sehr viel auf Reisen war, und hatte schon sehr früh den Ruf eines Gelehrten, Gebildeten, Erleuchteten.
Aus der Verehrung und Hingabe zu einem Derwisch entstanden viele seiner Dichtungen, "Gesänge des tanzenden Gottesfreundes" etwa. Diese "Liebe" veranlasste Rumí den Orden der "tanzenden Derwische" zu gründen. Ein weiteres Hauptwerk ist die geistige Lehrdichtung "Messnewi" in der er den Sufismus in Legenden und Fabeln beschreibt. Rumí wurde unter anderem von Friedrich Rückert übersetzt. Nach Rumís Tod 1273 in Konya, Anatolien, übernahm es sein Sohn, das Werk des Vaters zu katalogisieren.
Hafis
wurde 1326 unter dem Namen Schem ed-Din Mohammed als dritter
Sohn eines wohlhabenden Kaufmanns in Shiraz geboren. Sehr
früh verlor er seinen Vater und die folgende Armut zwang
ihn bei einem Teigmacher sein Geld zu verdienen. In jungen
Jahren schon beschäftigte er sich mit persischer und
arabischer Poesie, mit Theologie und Koranexegese, daher sein
Dichtername "Hafis" - der den Koran im Gedächtnis
Bewahrende.
Er schrieb hauptsächlich in Ghaselen (Gedichte im Kettenreim)
mystische und später auch Natur- und gesellige Lieder,
die Wein, schöne Knaben und die Liebe besingen. Hafis
soll verheiratet gewesen sein und Kinder gehabt haben. Er
starb 1389 oder 1390 in Shiraz, seiner Stadt, die er bis auf
eine nicht sicher nachweisbare Reise nie verlassen hat. Hafis
Werk inspirierte Goethe zum "West-Östlichen Divan".
Dzevad Karahasan
wurde 1953 in Duvno/Bosnien geboren. Bis 1993 lebte er in Sarajevo und arbeitete dort als Schriftsteller, Theaterkritiker und Dozent an der Akademie für szenische Künste. 1994 erhielt er für das "Tagebuch der Aussiedlung" den Essaypreis "Charles Veillon". Er lebt heute in Graz und Sarajevo.
Assia Djebar
Literatin, Historikerin und Filmregisseurin (Kritikerpreis von Venedig 1977 für "La Nouba des femmes du Mont Chenoua") wurde 1936 in Algerien geboren. Sie ist eine der bedeutendsten Autorinnen ihres Kulturkreises. Sie wurde mit dem Literaturpreis des Ökumenischen Zentrums in Frankfurt ausgezeichnet.
Jutta Szostak
geboren 1945, ist Redakteurin und Filmemacherin beim ZDF. Autorin zahlreicher Kulturdokumentationen und literarischer Porträts.
Suleman Taufiq
geboren 1953 in Syrien, studierte Philosphie und Komparatistik. Lebt als freier Schriftsteller, Publizist und Übersetzer in Aachen.
Fatema Merenissi
wurde 1940 in Fes geboren. Sie studierte in Paris und den USA. Sie lebt heute in Rabat und ist Professorin für Soziologie, schreibt Bücher und engagiert sich für die Gleichstellung der Frauen.
Taslima Nasrin
wurde 1962 in Bangladesch geboren. Da sie für ihren Roman "Lajja" (Scham) von fundamentalistischen Muslimen mit einer Fatwa, einem Todesurteil, belegt wurde lebt sie im Exil in Paris. Sie ist Ärztin und Schriftstellerin.
Alifa Rifaat
1930 in Kairo geboren, begann schon mir vierzehn zu schreiben.
Sie musste lange unter verschiedenen Pseudonymen schreiben,
da ihr zweiter Mann, ein Polizeioffizier (vom ersten Mann
wurde sie nach acht Monaten als Jungfrau geschieden, da sie
sich weigerte, diese Zwangsehe zu vollziehen) keine Schriftstellerin
als Ehefrau wollte.
Erst seit 1979, seit dem Tod ihres Mannes, kann sie sich als
Schriftstellerin frei entfalten. Sie lebt in Kairo.
Faridaddin Attar
Seine Werke zählen zur klassischen Literatur des Sufismus und beeinflussten die persische, mystische Literatur nachhaltig. Über sein Leben ist wenig bekannt - er soll in Nischapur, im nordöstlichen Persien geboren sein und starb dort um 1221. Überliefert sind mehrere umfangreiche Epen, eine Sammlung von Heiligenbiografien und zwei Lyriksammlungen.
Barbara Frischmuth
Freie Schriftstellerin und Übersetzerin, geboren 1941 in Bad Aussee; Studium der Sprachen Türkisch und Ungarisch in Graz, Erzurum und Debrecen sowie Orientalistik in Wien; zahlreiche Auszeichnungen und Preise, u.a. Anton-Wildgans-Preis, Literaturpreis der Stadt Wien.
