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Hermann Broch - Porträt

ÖBV-Veranstaltungen und Events 2003
Hermann Broch und die Moderne

Symposium

ÖBV-Atrium, Grillparzerstr. 14, 1010 Wien
08.05.2003 18:00 Uhr

Veranstalter: Liga für Menschenrechte

 

Einladungscover

Einleitung: Univ.Prof. Dr. Dr. Welan - „Gedanken zu Hermann Broch“
Moderation: Univ.Prof.Dr. Wolfgang Greisenegger

Durch dieses Symposion soll dem zu Unrecht vergessenen und in Österreich verdrängten politischen Mahner Hermann Broch wieder zu seiner Geltung verholfen werden. Hermann Broch, der neben Musil und Kafka wohl eindruckvollste Dichter und Denker der österreichischen Kultur- und Geistesgeschichte des zwanzigsten Jahrhunderts, ist noch immer ein weitgehend Verkannter.

Einer der großen Broch-Kenner, Joseph P. Strelka, meint, dass es kaum einen Autor seiner Zeit und seines Ranges gibt, dem das Soziale, das Politische und das Zeitgeschehen so sehr bewegten und beschäftigten und zu so weit ausholenden und tief greifenden theoretischen Lösungsversuchen antrieb, wie Hermann Broch. Aber gerade das war für Broch kein Vorteil, denn er fügt sich so gar nicht harmonisch in jene radikal verkürzenden, bis zum Widersinn vereinfachenden Klischee-Vorstellungen ein; was dazu führt, dass er sehr oft gegensätzlichen Kategorisierungen zugeordnet wird.

Der Österreichische P.E.N. hat unter der Führung seines damaligen Präsidenten Franz Theodor Csokor, damals auch Funktionär der Österreichischen Liga für Menschenrechte, unmittelbar nach seiner Wiedererrichtung im Jahre 1947 Broch für den Nobelpreis vorgeschlagen. Das Vorhaben schlug fehl, weil der Dichterphilosoph, der aus Wien über England in die USA emigrieren musste, in einflussreichen US-Kreisen als Austromarxist denunziert wurde; aber auch der Versuch, für ihn den Preis der Stadt Wien zu erwirken, wurde wegen zahlreicher Intrigen ein Misserfolg.

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