Mit der ÖBV durchs Leben
ÖBV-Veranstaltungen und Events 2005
Das fünfte Gebot - Eine Geschichte der Gewalt
ÖBV-Atrium
1010 Wien, Grillparzerstr. 14
08.11.2005, 18:00 Uhr
Buchpräsentation von Peter Stiegnitz
mit einem Vorwort von Prof. Mag. Dr. Walter Weiss

Foto: Verleger Walter Weiss (Mitte) mit seinen beiden Autoren Herbert Kohlmaier (li) und Peter Stiegnitz
Prof. Dr. Peter Stiegnitz, Min. Rat i. R. im Bundespressedienst,
z. Z. Gastprofessor an der Universität Budapest sprach
über die Thesen seines Buches.
Herbert Kohlmaier, früherer ÖVP-Politiker und jahrelang
als Volksanwalt tätig, widersprach und argumentierte
mit christlicher Soziallehre und dem Prinzip Hoffnung. (Ebenfalls
vor kurzem in der edition va bene erschienen: Herbert Kohlmaier:
Am Ende der Ideologien. Die Hoffnung bleibt.)
Aus dem Buch las Prof. Frank Michael Weber vom Wiener Volkstheater
Zur Person: Peter Stiegnitz
1936 in Budapest geboren, flüchtete mit seinen Eltern 1956 nach Österreich, wo er an der Wiener Universität Soziologie, Philosophie, Psychologie und Ethnologie studierte; 1963 Promotion zum Dr. phil. Bis zu seiner Pensionierung als Ministerialrat Beamter im Bundespressedienst (Bundeskanzleramt). Für wissenschaftliche Arbeiten erhielt er den Berufstitel "Professor" und zweimal den Theodor-Körner-Preis. Gegenwärtig lehrt er als Gastprofessor an der Universität Budapest. Er hat bisher 22 Bücher, davon sieben in der EDITION VA bENE und rund 6.500 Fachbeiträge publiziert. Er ist Wissenschaftlicher Kurator der Österreich-Sektion der Forschungsgesellschaft für das Weltflüchtlingsproblem.
Zum Buch: Das fünfte Gebot - Eine Geschichte der Gewalt
Das Fünfte Gebot ("Du sollst nicht morden") ist die wichtigste Bestimmung der Zehn Gebote des hebräisierten ägyptischen Prinzen Moses. Das Buch untersucht die Wurzeln und die Beweggründe der Gewalt als Ausdruck der politischen Aggression. Als Soziopsychogramm wird hier das Entstehen und die Ausbreitung der Gewalt dargestellt. Die "neue Gewalt" ist ein Phänomen unserer Gegenwart. Die politische, vor allem aber die religiös gefärbte Gewalt der Gegenwart zeigt sich als Terror (kollektive Gewalt). Im Gegensatz dazu erleben wir die individuelle Gewalt als verdichtete Aggression im täglichen Leben. Auch die Ursachen der individuellen Gewalt werden hier behandelt. Während das 20. Jahrhundert als Epoche der Ideologien gesehen wird, blüht zu Anfang des 21. Jahrhunderts die aus diesen Ideologien erwachsene Gewalt. Seit Kain und Abel kennen wir das Phänomen der Gewalt in der Geschichte. Die Ursachenforschung der Gewalt litt jedoch Jahrtausende lang unter den viel zu flachen religiösen und politischen Erklärungsversuchen, die so gut wie nie in die psychischen und in die sozialpsychologischen Tiefen der eigentlichen Ursachen vordrangen. Dieses Buch beschäftigt sich unter Zuhilfenahme moderner wissenschaftlicher Erkenntnisse mit den wirklichen Gründen der Gewalt, demonstriert an historischen Beispielen. In vier Teilen (Geschichte, Religion, Politik und Psychologie) werden unter anderem der "schüchterne" Dschingis Khan, die "nackte Gewalt" Königin Isabellas, aber auch die Faszination des Faschismus genauso behandelt wie das Phänomen der Christengewalt gegen Christen und Juden und die Problematik des Islamismus. Im Schlußteil wird die "domestizierte" Gewalt analysiert.
