ÖBV-Veranstaltungen und Events 2006
Reich ohne Geld
Buchpräsentation Alexander Giese: Reich ohne Geld
Anleitung für ein unzeitgemäßes Leben
ÖBV-Atrium
1010 Wien, Grillparzerstr. 14
am 14.02.2006 Beginn um 18:00 Uhr
Lesung Gerald Schantin
Mit dem Autor spricht Ernst Kernstock
Amüsant und ernsthaft zugleich stellt sich Alexander Giese die großen Fragen unseres heutigen Lebens. Alexander Gieses Buch soll helfen, den Weg zum Glück zu finden und sich dabei reich zu fühlen.
Nachtkastlbuch
Ein philosophischer Abend honoriger Herren
Die großen Fragen des Lebens kann niemand beantworten, doch jeder kann und soll sie sich stellen. Aber wer macht das heute noch? Alexander Giese. Welcher Autor gibt schon gerne zu, dass er ein Buch für’s Nachtkastl geschrieben hat? Alexander Giese. Welche Versicherung spricht offen über Reichtum ohne Geld? – Die ÖBV.
Im Rahmen des öffentlichen Dienst–Tags der ÖBV
stellte Alexander Giese, ehemaliger Doyen der ORF Kultur und
vielseitiger Romanautor sein neues Buch "Reich ohne Geld
oder Anleitung für ein unzeitgemäßes Leben"
vor. Gerald Schantin, Geschäftsführer von Mohr-Morawa
las daraus und Ernst Kernstock, Obmann des Fachverbandes der
Buch- und Medienwirtschaft stellte Fragen.
Jeder,
der in das Buch "Reich ohne Geld" hineinlesen kann,
wird seinen inneren Wohlstand selbst aufwerten können.
Über 40 kurze Essays bieten eben diese Denkanstöße
– über das Mensch Sein, über die Liebe, über
die Macht und die Freundschaft. Wie der Untertitel des Buches
erkennen lässt scheinen diese Gedanken heute nicht mehr
zeitgemäß zu sein. In der Gesellschaft des freien
Marktes muss der Mensch schön, jung, flexibel, schnell,
wenn es geht sogar der Erste sein. Wie soll man da Zeit zum
Nachdenken finden? Alexander Gieses Antwort ist: Führen
sie ein unzeitgemäßes Leben! Sein sie nicht der
Erste in einem Ziel, das andere für sie bestimmt haben.
Die Aufgabe jedes Menschen ist es zu überleben, aber ebenso den Reichtum des Lebens dabei zu erwerben. Für Alexander Giese ist es unendlich wichtig, dass wir uns dieser Tatsache wieder bewusst werden, denn nur so können wir uns für die künftigen Zeiten wappnen. Wir müssen flüchten, aber nicht in eine Scheinwelt, die uns die Medien vielleicht auftischen, sondern zu uns selbst. Wie das genau funktioniert ist jedem selbst überlassen – das macht das Leben zur Kunst und uns alle zu Lebenskünstlern.
Giese hat selbst gesagt, er sieht sich schon lange Zeit als Durchgangsstation. Er erkennt die wichtigen Fragen und will sie weitergeben. Denn man soll erfragen, was die anderen wissen und Gedanken anderer ruhig noch mal wieder-denken. Speed kills, also Tempo tötet, heißt es heute dazu, vielleicht etwas abwertend, aber wahrer denn je. Man darf nicht versäumen, was die Welt zu bieten hat.
Schon immer gibt es das Gute und das Böse. Beides existiert auf entsetzliche Weise nebeneinander. Die alten Griechen hatten die schönsten Kunstwerke und die profundeste Philosophie, aber auch die blutigsten Kriege geprägt. Gieses prägnante Zusammenfassung ist: "Wir müssen beides aushalten und mit beidem fertig werden – mehr weiß ich nicht".
Gerald Schantin trug unter anderem das kurze Kapitel über
die Freundschaft vor. Darin
steht: „Was kann ich mir von einem Freund erwarten,
was sollte ein Freund von mir erwarten können? Diese
Frage heißt sich mit dem Wesen der Freundschaft zu befassen
[...] Freund sein heißt, dass man sich auf einen Menschen
wirklich verlassen kann. [...] Mein Freund muss von mir erwarten
können, dass ich alles, was moralisch oder sittlich gerechtfertigt
ist, für ihn tue, und er muss wissen, dass er dies von
mir jeder Zeit verlangen kann. [...] Wahre Freundschaft, glaube
ich, erweist sich dann, wenn diese Forderung, die ja absolut
genannt werden kann, nicht eingefordert wird.[...] Mein Freund
ist nicht dann mein Freund, wenn ich seine Fähigkeiten,
seine Eigenschaften, seinen Besitz ausbeute. [...] Freundschaft
fällt nicht vom Himmel, Freundschaften muss man sich
ehrlich erwerben [...]"
