ÖBV-Veranstaltungen und Events 2006
Gast.Fremd.Aus. Über die Straße.
Buchpräsentation
ÖBV-Atrium
1010 Wien, Grillparzerstr. 14
am "Öffentlichen Dienst-Tag der ÖBV"
13.06.2006 Beginn um 18:00 Uhr
Marlene Streeruwitz, Elisabeth Orth.
"Wenn es für die Ausgegrenzten keine klaren und
partnerschaftlichen Kriterien für ihr Leben in einer
Gesellschaft gibt, dann gibt es keine solchen Kriterien in
dieser Gesellschaft".
Buchpräsentation, Lesung und Podiumsdiskussion am „Öffentlichen
Dienst-Tag der ÖBV“ in Kooperation mit der Liga
für Menschenrechte und dem Wieser Verlag.
Am Podium: Marlene Streeruwitz, Autorin; Alev Korun, Integrationssprecherin
der Grünen; Michael Chalupka, Direktor der Diakonie;
Katharina Cortolezis-Schlager, Mitglied der Wiener Landesregierung.
Hier arbeiten ja - leben nein
Österreich ist kein Land in das man sich integrieren kann. Als Österreicher wird man hier von Hiesigen geboren und alles andere ist der österreichischen Gesellschaft fremd. So lautet der Tenor des Hörbuches "Gast. Fremd. Aus." von Marlene Streeruwitz, das von der Österreichischen Liga für Menschenrechte im ÖBV Atrium präsentiert wurde. Im Anschluss an die Lesung der Autorin folgte eine spannend besetzte Podiumsdiskussion.
Die Frage danach, wo Fremdenfeindlichkeit in diesem Land
herkommt, ist ein Thema, dem sich jeder mündige Bürger
stellen sollte. Daher hat die ÖBV dieses Hörbuch,
das anlässlich des Jubiläums "40 Jahre Arbeitsmigration"
entstand, gerne unterstützt.
Die Menschen, die heute als "Ausländer" bezeichnet
werden, sind nach dem zweiten Weltkrieg in unser Land geholt
worden, um beim Wiederaufbau mitzuhelfen. Unter dem unausgesprochenen
Motto "Nach getaner Tat, könnt ihr dann aber gerne
wieder gehen." Nach Analysen von Marlene Streeruwitz
ist das auch heute noch die Einstellung, die Arbeitsmigranten
und deren Nachkommen in Österreich entgegen gebracht
wird. Arbeiten sollen sie, aber aufleben müssen sie nicht
unbedingt. Die Ausgrenzung besteht heute wie damals darin,
dass diese Menschen nur als Arbeiter gesehen werden und ihnen
nichts Privates oder Persönliches zugestanden wird.
In der Podiumsdiskussion, geleitet von der ORF-Moderatorin Renata Schmidtkunz, berichteten die Diskutanten, darunter die Integrationssprecherin der Grünen Alev Korun und der Direktor der Diakonie Österreich Michael Chalupka von ihren persönlichen Erfahrungen mit dem Gefühl, Ausländer in Österreich zu sein. Dabei zeichnete sich ein Bild ab, das die Analysen der Autorin Streeruwitz bestätigt. Einzig Katharina Cortolezis-Schlager versuchte als Mitglied der Wiener Landesregierung in der wachsenden EU auch ein wachsendes Verständnis für ein Miteinander abzulesen.
Von Sandra Maierhofer
