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ÖBV Grabenfest 1998: Das Eigene und das Fremde

ÖBV - Veranstaltungen und Events
Grabenfest 1998

Das Eigene und das Fremde

23. - 25. Juni

Was ist das Eigene? Ist es nicht auch wieder fremd, unbekannt, unbereist? Sind wir uns selbst nicht fremd? Ausgehend von diesen Überlegungen wurde das Festival zu einer Inspirationsquelle für internationale Musiker und Komponisten.

Christoph Cech und Christoph Huber lösten Renald Deppe als künstlerischen Leiter der Grabenfesttage ab. Das Kuratoren-Duo legte den Schwerpunkt auf die Öffnung des Festivals für ein breiteres musikalisches Spekturm.

Das erste Konzert stand ganz im Zeichen individueller Künstlerpersönlichkeiten: Das Koehne-Quartett interpretierte Otto Lechners „Alois Walzer", Hannes Löscheis „Memories of Neuguinea", die Uraufführung von Johann Karl Steiners „Quantitative Bereichsnähe" und Max Nagis »La Ricotta".

Im zweiten Teil des Abends verwandelte Werner Puntigam und sein blechlastiges Ensemble BlowAndOrder den Grabenhof in einen Techno-Club, erfüllt von hämmernden Beats einer Drum-Machine und pulsierenden Bläsereinwürfen.

Auch der zweite Abend stellte konträre Konzerthälften gegenüber: Das Trio Zrost/Witek/Angerer zeigte mit seiner ungewöhnlichen, aber sehr harmonischen Besetzung (Saxophone, Bass, Akkordeon und Schlagzeug) seine gemeinsame musikalische Sprache. Und die reicht von stillen Klangexperimenten über exzessive Solo-Ausbrüche bis zu folkloristisch anmutenden Passagen.

Dem gegenüber standen vier Uraufführungen zweier Komponistinnen (Fang-Yi Liu und Patricia Kopatchinskaja) und zweier Komponisten (Jorge Sanchez-Chiong und Nader Mashayekhi), die alle in anderen Ländern aufgewachsen sind, aber schon seit längerem in Österreich leben. Ihre Aufgabe war es, sich mit Texten des Kabarettisten Karl Ferdinand Kratzl, die unter dem Titel „Um mit dem Sterben aufzuhören" zusammengefasst sind, auseinander zu setzen. Christoph Cech interpretierte mit seinem Janus-Ensemble die neuen Werke unter Mitwirkung des Wiener Autors.

Der dritte Abend schließlich begann mit Improvisationen von Josef Novotny, Christoph Kurzmann und Thomas Lehn auf Synthesizern und elektronischem Equipment, unterstützt von Bertl Mütter (Posaune, Stimme) und Boris Hauf (Saxophone). Die Grabenfesttage 98 endeten mit einem „Finale furios" des legendären Stojka-Clan. Wie gewohnt war die ganze Familie mit dabei: Es wurde mit voller Hingabe getanzt und musiziert - ein bestens gelauntes Publikum war wieder mal dem Charme der Stojkas erlegen.

 

Foto: das Eigene ...

Foto: Christoph Cech & kids

Foto: Otto Lechner

Foto: BlowAndOrder

Foto: Komponisten

Foto: Grabenfesttage 1998

Foto: Der Stojka-Clan

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