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ÖBV Grabenfest 2001

ÖBV - Veranstaltungen und Events
ÖBV Grabenfest 2001

Penelope 2001 - Odyssee im Weltraum
20. - 22. Juni

Odysseus ist der Prototyp des Suchenden, des Irrenden und des Heimkehrers. Dabei ist er weniger Held als Abenteurer, eher ein Humorist als ein Ingenieur des Schicksals. Wollte er wirklich nach Hause kommen? Wenn nicht, war es die Wissenschaft, das Abenteuer oder die Angst vor der Sesshaftigkeit, die ihn davon abhielt?

Das Pendant des heroischen Vagabunden ist Penelope, seine Frau, die ihm sein Zuhause rettet. Ihre Person ist nicht annähernd so bekannt wie ihr irrender Ehemann. Wer ist sie wirklich? Ist nicht sie es, die den Text der Geschichte webt, im wahrsten Sinn des Wortes ihre Odyssee–Tapisserie als kollektives Gedächtnis herstellt?

Die Odyssee findet ihre Fortsetzung in den modernen Erkenntnismärchen, in den Entdeckungsreisen des 19. und in der Mondfahrt des 20. Jahrhunderts. Im Astronauten ist Odysseus wiedergeboren – oder ist er der erste Astronaut?

Die "List" des Odysseus heißt auf Griechisch "techne" - somit ist er der "Listenreiche" der erste Techniker auf Welterkundung und die Geographie wird zur ersten technischen Karte, zum Schaltplan der Welt.

Fünf Musiker auf 5 Kontinenten brachten per Internet live ein "Online"-Quintett zur Aufführung.

Ernst Kölz hat das Thema Penelope für das Grabenfest kompositorisch aufbereitet, umgesetzt wurde es dann am ersten Abend im Grabenhof vom Kollegium Kalksburg, das die Irrfahrt des antiken Helden in die Wiener Beisln verlegte.

Der ehemalige ORF-Moderator Peter Nidetzky plauderte über seine Kommentatorenschaft der Live-Übertragung der ersten Mondlandung 1969 und las aus Jules Vernes Reise zum Mond.

Ein Besuch auf dem Mond stand auch an den folgenden Abenden auf dem Programm: Madame Penelope (Michou Friesz) erinnerte den flüchtigen Mann an seine Schafe, Oskar Aichinger und Peter Thomas komponierten, Esther Vilar und Petra Torky lasen aus der Odyssee zu einem Ligeti/Reich Schwerpunkt.

Hollywood-Legende Leo Askin führte schließlich - Homer rezitierend - den griechischen Helden auf sein mütterliches Eiland zurück.

Die Kompositionen wurden eigens für dieses Festival in Auftrag gegeben.


Die Spendeneinnahmen kamen dem von Dietmar Schönherr und Ernesto Cardenal gegründeten Nicaragua-Projekt Pan y Arte zugute.

 

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