ÖBV – Österreichische Beamtenversicherung, Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit – ÖBV Versicherung

Grafik: Grabenfest 2001

ÖBV - Veranstaltungen und Events
Grabenfest 2001

Penelope 2001 - Odyssee im Weltraum
20. - 22. Juni

Textbuch: Odysseus - Mond - Technik

ODYSSEUS

Ein kleine Odyssee durch die Odyssee
Quellen: Homer-Adorno-Monteverdi-Heine-Verne
Auswahl und Kommentar: Herbert Strohschein
Übersetzung: Wolfgang Schadewald

O. über sein Leben

Die „List“ des Odysseus heißt auf Griechisch „Techne“ – somit ist der „Listenreiche“ der erste Techniker auf Welterkundung und die Geographie wird zu ersten technischen Karte, zum Schaltplan der alten Welt. Die Erzählung von den Leiden ist nicht ohne Koketterie, wenn auch die Lust auf Abenteuer gerne in die Langeweile des Abenteurers umschlägt. Auch die Wehleidigkeit und das Heimweh des Helden können zur List werden, sowie man im Beisl von einem Achterl zum nächsten – bis zur Sperrstund sich selbst auf den Heimweg wünscht, den man nicht antritt.

Ich bin Odysseus, Laertes' Sohn, der ich mit meinen vielfältigen Listen die Menschen beschäftige, und es reicht die Kunde von mir bis zum Himmel. Ich wohne aber auf Ithaka, der gut sichtbaren Insel, und ein Berg ist auf ihr, Neritos, der blätterschüttelnde, stark ins Auge fallend. Ringsum aber liegen Inseln viele, gar dicht beieinander: Doulichion und Same und das bewaldete Zakynthos. Sie selber aber liegt niedrig ganz zu oberst in dem Salzmeer, nach dem Dunkel hin, die anderen von ihr weg nach Morgen und zur Sonne.
Rauh ist sie, aber gut, um Männer aufzunähren.
Kann ich für mein Teil, als das eigene Land, doch sonst nichts Süßeres erblicken. Zwar suchte mich Kalypso dort, die hehre unter den Göttinnen, in den gewölbten Höhlen festzuhalten, begehrend, dass ich ihr Gatte wäre, und ebenso wollte mich Kirke zurückhalten in den Hallen, die von Aia her, die listige, begehrend, dass ich ihr Gatte wäre, doch konnten sie mir niemals den Mut in der Brust bereden. So ist nichts süßer, als das eigene Vaterland und die Eltern, und wenn einer auch weit weg in einem anderen Land ein fettes Haus bewohnt, fern von den Eltern.

O. rettet sein Leben

Die Gefährten sind das Personal im sicheren Zuhause. Auf der Reise gehen sie verloren so wie die selbstverständliche Ordnung des Ansässigen auf der Reise verlorengeht. Unterdessen memoriert Penelope beim Weben immer denselben Text des Zuhause, als wäre sie die Journalistin seiner Abenteuergeschichten.

Der erste Gesang der Odyssee: Den Mann nenne nur, Muse, den vielgewandten, der gar viel umgetrieben wurde, nachdem er Trojas heilige Stadt zerstörte. Von vielen Menschen sah er die Städte und lernte kennen ihre Sinnesart; viel auch erlitt er Schmerzen auf dem Meer in seinem Gemüte, während er sein Leben zu gewinnen suchte wie auch die Heimkehr der Gefährten. Jedoch er rettete auch so nicht die Gefährten, so sehr er es begehrte.

Der Text der Odyssee ist selber kunstvoll und labyrinthisch verschlungen, als würde der Erzähler mit Vor- und Rückblenden, mit Einschüben und der Verschränkung verschiedener Welten und Orte schon in der äußeren Gestalt des Liedes die Irrfahrt – die Verwirrung des Helden beschreiben wollen.

O. läßt sich sein Leben retten
Athene als Alma Mater – zwischen Mariazell und Cape Canaveral

Athene ist die liebe Wissenschaft, die alles Abenteuer ins Abstrakte umzuzaubern vermag und aus jeder Aporie einen Ausweg findet. Die Protektion der Abstraktion in den Unbillen der unbeherrschten Natur ist dem Helden sicher.

Da antwortete die Göttin, die helläugige Athene – ihrem Vater Zeus:
Unser Vater, Kronide, Höchster derer, die da herrschen:
Mir aber ist um den Odysseus, den kluggesonnenen, das Herz zerrissen, den Unglückseligen, der schon lange, entfernt von den Seinen, Leiden leidet auf einer umströmten Insel, wo der Nabel des Meeres ist. Des Atlas Tochter Kalypso hält den Unglückseligen, den Jammernden zurück, und immer sucht sie ihn mit weichen und einschmeichelnden Worten zu bezaubern, daß er Ithakas vergäße. Doch Odysseus, der sich sehnt, auch nur den Rauch aufsteigen zu sehen von seinem Lande, wünscht sich zu sterben. Und da kehrt sich auch dir nicht das eigene Herz um, Olympier? Hat sich dir nicht Odysseus bei den Schiffen der Argeier gefällig erwiesen, heilige Opfer bringend in dem breiten Troerlande? Was hast du gegen ihn solchen Zorn gefaßt, Zeus?

Kalypso schenkt O. sein gerettetes Leben

Doch sie ging zu Odysseus, dem großherzigen, die Herrin, die Nymphe, als sie die Botschaften des Zeus vernommen hatte. Den fand sie am Gestade sitzend, und niemals wurden ihm die beiden Augen von Tränen trocken, und es verrann sein süßes Leben, während er um die Heimkehr jammerte. Denn ihm gefiel die Nymphe nicht mehr, sondern, wahrhaftig er ruhte die Nächte nur gezwungen in den gewölbten Höhlen, ohne Wollen bei ihr, der Wollenden. Die Tage aber saß er auf den Steinen und an dem Strande, mit Tränen und Seufzern und Schmerzen sein Herz zerreißend, und blickte auf das unfruchtbare Meer, Tränen vergießend. Und es trat dicht zu ihm heran die hehre unter den Göttinnen und sagte zu ihm:
„Unseliger! Jammere mir nicht mehr hier, und es soll das Leben dir nicht hinschwinden! Denn nun will ich dich ganz bereitwillig entlassen. Doch auf! fälle große Stämme und füge sie mit Erz zu einem breiten Floß zusammen und befestige ein Verdeck auf ihm, hoch darüber, damit es dich trage über das dunstige Meer! Ich aber will Brot und Wasser und roten Wein hineintun, der dem Mute zusagt - Dinge, die dir den Hunger fernhalten mögen, und will dir Kleider antun und dir einen guten Wind hintendrein schicken, dass du ganz unversehrt in dein väterliches Land gelangst - wenn denn die Götter es wollen, die den breiten Himmel innehaben, die stärker sind als ich im Denken und Vollbringen.

O. zwischen Kalypso und Penelope

Da antwortete und sprach zu ihr der vielkluge Odysseus: «Herrin, Göttin! zürne mir darum nicht! weiß ich doch auch selber recht wohl alles: dass die umsichtige Penelopeia geringer ist als du an Aussehen und Größe anzusehen von Angesicht. Denn sie ist sterblich, du aber unsterblich und ohne Alter. Doch auch so will ich und begehre ich alle Tage, nach Hause zu kommen und den Heimkehrtag zu sehen. Und wollte mich auch einer von den Göttern abermals zerschmettern auf dein weinfarbenen Meere. Dulden will ich es ! Denn ich habe in der Brust einen leiderfahrenen Mut. Denn schon habe ich gar viel gelitten und mich viel gemüht auf den Wogen und im Kriege.

O. bei den Phäaken

Die Phäaken sind auf ihrer abgelegenen Zauberinsel satt und zufrieden, sie sind die Österreicher in der griechischen Mythologie. Sie sind nett und zuvorkommend, Geschichten von Heimatlosigkeit Leid dienen ihnen zur Unterhaltung – ihnen kann das alles ja nicht passieren. Auch Odysseus schlägt einen Wiener Ton der jammernden Heroik an.

Odysseus, nach dem Schiffbruch von Kalypso her kommend:
So laßt mich denn das Nachtmahl nehmen, so bekümmert ich auch bin. Denn da ist sonst nichts Hündischeres außer dem bösen Magen, der da treibt, dass man seiner notgedrungen gedenke, und wenn man noch so sehr erschöpft ist und Jammer in dem Herzen hat. So habe auch ich Jammer in dem Herzen, doch der treibt immerzu, zu essen und zu trinken, und alles läßt er mich vergessen, was ich gelitten, und heischt nur immer, dass er sich fülle.

O. landet zu Hause und erkennt es nicht

Er aber erwachte, der göttliche Odysseus, aus dem Schlaf in seinem väterlichen Lande. Und er erkannte es nicht, da er schon lange fort war.
So erschien dem Herrn alles andersartig: Die fortlaufenden Pfade und die Häfen, die überall Ankerplätze boten, die schroffen Felsen und die Bäume, die kräftig sprossenden. Und er sprang auf, trat hin und sah auf das väterliche Land, und jammerte alsdann und schlug sich die beide Schenkel mit den nach unten gekehrten Händen und sprach das Wort mit Wehklagen:
«O mir, ich! in das Land von welchen Sterblichen bin ich wieder gekommen? Sind es Unbändige und Wilde und nicht Gerechte oder gastfreundlich und haben sie einen Sinn, der die Götter scheut? Wo hin nur bringe ich diese vielen Güter? und wohin irre ich auch selber? Wäre ich doch bei den Phaiaken dort geblieben!

Gegenzulesen mit Musik:
Arie des Ulisse bei Monteverdi – „Il ritorno d`Ulisse in patria“

Athene erklärt O. sein Zuhause, nachdem sie ihn nach Hause brachte.

Das Resumee des Helden

Da antwortete und sagte zu ihr der vielkluge Odysseus: „Schwer ist es, dich zu erkennen, Göttin, für einen Sterblichen, der dir begegnet, und wäre er auch noch so kundige denn du verwandelst dich selber allem an. Das aber weiß ich gut, dass du mir früher immer hold gewesen, solange wir Söhne der Achaier in dem Troerlande kämpften. Doch als wir die Stadt des Priamos zerstört, die steile, und in den Schiffen abgezogen waren, und es zerstreute ein Gott die Achaier. da habe ich dich nicht mehr gesehen, Tochter des Zeus, und nicht gewahrt, dass du auf mein Schiff gestiegen wärest, damit du mir einen Schmerz abwehrtest. Sondern nur immer ein zerrissenes Herz in dem Innern hegend, trieb ich umher, bis mich die Götter aus dem Unheil lösten. jetzt aber flehe ich zu dir, bei deinem Vater denn ich glaube nicht, dass ich ins gut sichtbare Ithaka gekommen, sondern in einem anderen Land drehe und wende ich mich umher, und nur zum Spott, denke ich, sagst du dieses, da du meinen Sinn betrügst, sage mir, ob ich denn wahrhaftig ins eigene Vaterland gelangt bin!»

Da antwortete ihm die Göttin, die helläugige Athene:
Immer ist dir doch in der Brust ein solcher Sinn! Darum kann dich auch nicht verlassen, wenn du im Unglück bist, weil du verständig bist und geistesschnell und einsichtsvoll. Ich aber habe nie daran gezweifelt, sondern ich wußte in dem Gemüte: du würdest heimkehren, nachdem du verloren alle die Gefährten.
Jetzt will ich dir den Sitz zeigen von lthaka, auf dass du überzeugt bist! Des Phorkys Bucht ist dies, des Meeresalten, und dies am Kopf der Bucht der blätterstreckende Ölbaum, dies da die weite, überdachte Höhle, in der du viele vollgültige Hundertopfer den Nymphen dargebracht hast, und dies ist Neriton, der Berg, mit Wald bekleidet!

O. rettet sich vor dem Happy End

Ob es Ausrede, Fluch oder Vorhersage ist: Kaum angekommen, muß der Held wieder auf Fahrt und erklärt dies seiner Frau so – im Stil der bürgerlichen Erhöhung des Strawanzers zum Helden.

Frau! Noch sind wir nicht an das Ende von allen Kämpfen gekommen, sondern unermeßliche Mühsal wird es hernach noch geben, viele und schwere, die ich ganz vollenden muß ! Denn so hat es die Seele des Teiresias mir geweissagt an dem Tage, als ich hinabstieg in das Haus des Hades, um für die Gefährten und mich selber die Heimkehr zu erkunden. Aber komm, laß uns zu Bett gehen, Frau, dass wir uns nunmehr ruhen und an dem süßen Schlaf ergötzen!
Auch selber freue ich mich nicht, dass ich schnell wieder gehn muß! Denn es ward mir geboten, dass ich zu gar vielen Städten der Sterblichen gehen und in den Händen ein handliches Ruder halten sollte, bis ich zu solchen Männern käme, die nichts von dem Meere wissen und auch nicht mit Salz gemischte Speise essen. Und sie kennen auch nicht Schiffe mit purpurnen Wangen und handliche Ruder, die für die Schiffe die Flügel sind.

Und es werde ein Tod mir außerhalb des Meeres kommen, ein so ganz gelinder, der mich töten würde, entkräftet in einem von Salben glänzenden Alter, und es würden um mich die Männer des Volkes gesegnet sein. Da sagte Penelopeia zu ihm: Wenn denn die Götter dir ein besseres Alter vollenden werden, so ist Hoffnung, dass dir alsdann ein Entrinnen aus dem Schlimmen sein wird! So sprachen sie dergleichen miteinander.

Odysseus - Autobiograph der Philosophen auf der Flucht
(Ausschnitte aus der „Dialektik der Aufklärung von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno)

Die beiden Philosophen, auf der Flucht vor den NAZIS, fanden en distance, voller Sehnsucht nach Europa in Odysseus den Metaphoriker der Flucht und der Forschung. Von Ferne erlebten sie auch den Zusammenbruch ihrer gewohnten Welt der urteilskräftigen und ordnenden bürgerlichen Vernunft angesichts der Katastophe. Nur durch Wissen, durch die Liebe zu seiner hohen Wissenschafts-Braut Athene, vermochte er seinen Verfolgern zu entgehen ohne jemals wirklich von ihnen losgelassen zu werden. Es gibt keinen Endpunkt der Flucht, das Terrain für den Flüchtling verlagert sich nur auf eine andere Ebene. So wie der echte Läufer auch im Sitzen und Liegen läuft, bleibt der Flüchtling immer Flüchtling aus Passion oder Prinzip oder beidem.

Das Besingen der Irrfahrt des Odysseus ist bereits sehnsüchtige Stilisierung dessen, was sich nicht mehr singen läßt, und der Held der Abenteuer erweist sich als Urbild eben des bürgerlichen Individuums, dessen Begriff in jener einheitlichen Selbstbehauptung entspringt, deren vorweltliches Muster der Umgetriebene abgibt.

Im Gegensatz des einen überlebenden Ich zum vielfältigen Schicksal prägt sich derjenige der Aufklärung zum Mythos aus. Die Irrfahrt von Troja nach Ithaka ist der Weg des leibhaft gegenüber der Naturgewalt unendlich schwachen und im Selbstbewußtsein erst sich bildenden Selbst durch die Mythen. Die Vorwelt ist in den Raum säkularisiert, den er danach durchmißt, die alten Dämonen bevölkern den fernen Rand und die Inseln des zivilisierten Mittelmeers, zurückgescheucht in Felsgestalt und Höhle woraus sie einmal im Schauder der Urzeit entsprangen. Die Abenteuer aber bedenken jeden Ort mit seinen Namen. Aus ihnen gerät die rationale Übersicht über den Raum.

Der zitternde Schiffbrüchige nimmt die Arbeit des Kompasses vorweg. Seine Ohnmacht, der kein Ort des Meeres unbekannt mehr bleibt, zielt zugleich auf die Entmächtigung der Mächte. Die einfache Unwahrheit an den Mythen aber, dass nämlich Meer und Erde wahrhaft nicht von Dämonen bewohnt werden, Zaubertrug und Diffusion der überkommenen Volksreligion, wird unterm Blick des Mündigen zur »Irre« gegenüber der Eindeutigkeit des Zwecks seiner Selbsterhaltung, der Rückkehr zu Heimat und festem Besitz. Die Abenteuer, die Odysseus besteht, sind allesamt gefahrvolle Lockungen, die das Selbst aus der Bahn seiner Logik herausziehen. Er überläßt sich ihnen immer wieder aufs neue, probiert es als unbelehrbar Lernender, ja zuweilen als töricht Neugieriger, wie ein Mime unersättlich seine Rollen ausprobiert.

" Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch" Das Wissen, in dem seine Identität besteht und das ihm zu überleben ermöglicht, hat seine Substanz an der Erfahrung des Vielfältigen, Ablenkenden, Auflösenden, und der wissend Überlebende ist zugleich der, welcher der Todesdrohung am verwegensten sich überläßt, an der er zum Leben hart und stark wird. Das ist das Geheimnis im Prozess zwischen Epos und Mythos. Das Selbst macht nicht den starren Gegensatz zum Abenteuer aus, sondern formt in seiner Starrheit sich erst durch diesen Gegensatz, Einheit bloß in der Mannigfaltigkeit dessen, was jene Einheit verneint.

Odysseus, wie die Helden aller eigentlichen Romane nach ihm, wirft sich weg gleichsam, um sich zu gewinnen; die Entfremdung von der Natur, die er leistet, vollzieht sich in der Preisgabe an die Natur, mit der er in jedem Abenteuer sich mißt, und ironisch triumphiert die Unerbittliche, der er befiehlt, indem er als Unerbittlicher nach Hause kommt, als Richter und Rächer der Erbe der Gewalten, denen er entrann.

Der Seefahrer Odysseus übervor- teilt die Naturgottheiten wie einmal der zivilisierte Reisende die Wilden, denen er bunte Glasperlen für Elfenbein bietet.

Odysseus selber fungiert als Opfer und Priester zugleich. Durch Kalkulation des eigenen Einsatzes bewirkt er die Negation der Macht, an welche der Einsatz geschieht. So dingt er sein verfallenes Leben ab. Keineswegs aber stehen Betrug, List und Rationalität in einfachem Gegensatz zur Archaik des Opfers. Durch Odysseus wird einzig das Moment des Betrugs am Opfer, der innerste Grund vielleicht für den Scheincharakter des Mythos, zum Selbstbewußtsein erhoben.

In dem Augenblick, in dem der Mensch das Bewußtsein seiner selbst als Natur sich abschneidet, werden alle die Zwecke, für die er sich am Leben erhält, der gesellschaftliche Fortschritt, die Steigerung aller materiellen und geistigen Kräfte, ja Bewußtsein selber, nichtig, und die Inthronisierung des Mittels als Zweck, die im späten Kapitalismus den Charakter des offenen Wahnsinns annimmt, ist schon in der Urgeschichte der Subjektivität wahrnehmbar.

Die Herrschaft des Menschen über sich selbst, die sein Selbst begründet, ist virtuell allemal die Vernichtung des Subjekts, in dessen Dienst sie geschieht, denn die beherrschte, unterdrückte und durch Selbsterhaltung aufgelöste Substanz ist gar nichts anderes als das Lebendige, als dessen Funktion die Leistungen der Selbsterhaltung einzig sich bestimmen, eigentlich gerade das, was erhalten werden soll. Die Widervernunft des totalitären Kapitalismus, dessen Technik, Bedürfnisse zu befriedigen, in ihrer vergegenständlichten, von Herrschaft determinierten Gestalt die Befriedigung der Bedürfnisse unmöglich macht und zur Ausrottung der Menschen treibt - diese Widervernunft ist prototypisch in der mythischen Psychologie des Helden enthalten.

Auch Odysseus ist ein Opfer, das Selbst, das immerzu sich bezwingt und darüber das Leben versäumt, das es rettet und bloß noch als Irrfahrt erinnert.

Der Träger des Geistes, der Befehlende, als welcher der listige Odysseus fast stets vorgestellt wird, ist trotz aller Berichte über seine Heldentaten jedenfalls physisch schwächer als die Gewalten der Vorzeit, mit denen er ums Leben zu ringen hat. Die Gelegenheiten, bei denen die nackte Körperstärke des Abenteurers gefeiert wird, der von den Freiern protegierte Faustkampf mit dem Bettler Iros und das Spannen des Bogens, sind sportlicher Art. Selbsterhaltung und Körperstärke sind auseinandergetreten. Die athletischen Fähigkeiten des Odysseus sind die des Gentleman, der, praktischer Sorgen bar, herrschaftlich- beherrscht trainieren kann. Die von der Selbsterhaltung distanzierte Kraft gerade kommt der Selbsterhaltung zugute.

Es ist die Formel für die List des Odysseus, dass der abgelöste, instrumentale Geist, indem er der Natur resigniert sich einschmiegt, dieser das Ihre gibt und sie eben dadurch betrügt.

Odysseus entdeckt an den Worten, was in der ent-falteten bürgerlichen Gesellschaft Formalismus heißt, zum Beispiel durch seine Selbstbezeichnung als „Niemand“ genenüber Polyphem.
Aus dem Formalismus der mythischen Namen und Satzungen, die gleichgültig wie Natur über Menschen und Geschichte gebieten wollen, tritt der Nominalismus hervor, der Prototyp bürgerlichen Denkens. Selbsterhaltende List lebt von jenem zwischen Wort und Sache waltenden Prozeß. Die beiden widersprechenden Akte des Odysseus in der Begegnung mit Polyphem, sein Gehorsam gegen den Namen und seine Lossage von ihm, sind doch wiederum das Gleiche. Er bekennt sich zu sich Selbst, indem er sich als Niemand verleugnet, er rettet sein Leben, indem er sich verschwinden macht. Solche Anpassung ans Tote durch die Sprache enthält das Schema der modernen Mathematik.

Das abenteuerliche Element der Unternehmungen des Odysseus ist ökonomisch nichts anderes als der irrationale Aspekt seiner Ratio gegenüber der noch verwaltenden traditionalistischen Wirtschaftsform. Diese Irrationalität der Ratio hat ihren Niederschlag in der List gefunden als der Angleichung der bürgerlichen Vernunft an jede Unvernunft, die ihr als noch größere Gewalt gegenübertritt. Der listige Einzelgänger ist schon der homo oeconomicus, dem einmal alle Vernünftigen gleichen - daher ist die Odyssee schon eine Robinsonade. Die beiden prototypischen Schiffbrüchigen machen aus ihrer Schwäche - der des Individuums selber, das von der Kollektivität sich scheidet - ihre gesellschaftliche Stärke. Dem Zufall des Wellengangs ausgeliefert, hilflos isoliert, diktiert ihnen ihre Isoliertheit die rücksichtslose Verfolgung des atomistischen Interesses. Sie verkörpern das Prinzip der kapitalistischen Wirtschaft, schon ehe sie sich eines Arbeiters bedienen, was sie aber an gerettetem Gut zur neuen Unternehmung mitbringen, verklärt die Wahrheit, dass der Unternehmer in die Konkurrenz von je mit mehr eingetreten ist als dem Fleiß seiner Hände. Ihre Ohnmacht der Natur gegenüber fungiert bereits als Ideologie für ihre gesellschaftliche Vormacht. Die Wehrlosigkeit des Odysseus gegenüber der Meeresbrandung klingt wie die Legitimation der Bereicherung des Reisenden am Eingeborenen. Das hat die bürgerliche Ökonomik späterhin festgehalten im Begriff des Risikos - die Möglichkeit des Untergangs soll den Profit moralisch begründen.

Man hatte die Wahl, zu betrügen oder unterzugehen. Daher gehört zur universalen Vergesellschaftung, wie sie der Weitreisende Odysseus und der Solofabrikant Robinson entwerfen, ursprünglich schon die absolute Einsamkeit, die am Ende der bürgerlichen Ära offenbar wird. Radikale Vergesellschaftung heißt radikale Entfremdung. Odysseus und Robinson haben es beide mit der Totalität zu tun: jener durchmißt, dieser erschafft sie.

Mit dem Auftreten des Odysseus bei Kirke nimmt der Doppelsinn im Verhältnis des Mannes zur Frau, Sehnsucht und Gebot, bereits die Form eines durch Verträge geschützten Tausches an. Entsagung ist dafür die Voraussetzung. Odysseus widersteht dem Zauber der Kirke. Darum wird ihm gerade zuteil, was ihr Zauber nur trugvoll denen verheißt, die ihr nicht widerstehen. Odysseus schläft mit ihr. Zuvor aber verhält er sie zum großen Eide der Seligen, zum olympischen. Der Eid soll den Mann vor der Verstümmelung schützen, der Rache fürs Verbot der Promiskuität und für die männliche Herrschaft, die ihrerseits als permanenter Triebverzicht die Selbstverstümmelung des Mannes symbolisch noch vollzieht. Dem, der ihr widerstand, dem Herrn, dem Selbst, dem Kirke um seiner Unverwandelbarkeit willen vorwirft, er trüge „im Busen ein Herz von unreizbarem Starrsinn“.

Der Vorwurf des Starrsinns und der Härte, den Odysseus gegen Penelope erhebt, ist genau der gleiche, den Kirke zuvor gegen Odysseus vorbrachte. Macht die Hetäre die patriarchale Wertordnung sich zu eigen, so ist die monogame Gattin selbst damit nicht zufrieden und ruht nicht, bis sie sich dem männlichen Charakter selber gleichgemacht hat. So verständigen sich die Verheirateten. Der Test, dem sie den Heimkehrenden unterzieht, hat zum Inhalt die unverrückbare Stellung des Ehebetts, das der Gatte in seiner Jugend um einen Ölbaum zimmerte, Symbol der Einheit von Geschlecht und Besitz. Mit rührender Schlauheit redet Sie, als könne dies Bett von seiner Stelle bewegt werden, und „unmutsvoll“ antwortet ihr der Gemahl mit der umständlichen Erzählung von seiner dauerhaften Bastelei. als prototypischer Bürger hat er in seiner Smartheit ein hobby.

Lachen ist der Schuld der Subjektivität verschworen, aber in der Suspension des Rechts, die es anmeldet, deutet es auch über die Verstricktheit hinaus. Es verspricht den Weg in die Heimat. Heimweh ist es, das die Abenteuer (wie den Sack der Winde) entbindet, durch welche Subjektivität, deren Urgeschichte die Odyssee gibt, der Vorwelt entrinnt.

Der deutsche Odysseus – ein Pathos der Heimkehr

Wolfgang Schadewald gehört zu den großen Altphilologen, die die Hochblüte dieser Diszilplin im 19. Jahrhundert ins nachfolgende Säculum – im Stil des vergangenen - hinüberretteten. Für Stubengelehrte aber auch Salon-Leser war Odysseus seit jeher ein willkommener Projektionsheld. Die Kunst des Lesens wurde auf die Spitze getrieben, wenn es – transponierend und projizierend – darum ging, selbst zum Abenteurer und Strolch zu werden, der sich dann – eine besondere List – nach zwei Jahrzehnten der erlittenen, genossenen – vielleicht „erfundenen“? - Verwirrung als unverbrüchlich treuer Familienvater entpuppt – und in Wirklichkeit ohnehin die ganhze Zeit im Lehnstuhl des bürgerlichen Wohnzimmers gesessen ist. Ob als Macho oder scheinheiliger Nachbeter der katholischen Soziallehre, der Leser ward gerne ebenso listig wie der Listenreiche – eine Lektüre mit Augenzwinkern.

Die hier in Ausschnitten präsentierte Nacherzählung der Homerischen Odyssee hat Schadewald im Sommer 1946 auf die Bitte von Peter Suhrkamp geschrieben, der in seinem für den damaligen Kriegsheimkehrer bestimmten 'Taschenbuch für junge Menschen' das Bild der homerischen Urheimkehr nicht missen wollte. So enthüllt sich ein weiterer Aspekt der – vor allem deutschen – Homer-Rezeption, die sich bis heute in den dümmlichen Nacherzählungsversuchen Köhlmaiers fortsetzt. Odysseus ist der konzessionierte Wildling, der so wie sein altphilologer Anbeter im Dienstbotenzimmer oder in Polen, raubt und mordet, belügt und lustig ist. Es passiert ihm eben und er muß viel leiden – zugunsten der Hausfrau wohlgemerkt. Die Musterinterpretation Schadewalds spiegelt nun beiderlei wider: Die Faszination, die der reisende Held (und Frauenheld) auf den biederen Leser ausübt und ihn zur Emanzipation anleitet und den unverschämten Kitsch eines immer noch Heldischen, auch nach den Katastrophen. Wer dies oder auch Köhlmaier liest, wird wieder vom Leser zum Kriegsheimkehrer, wird müde von der Schlacht, vom Leben, von der Bedeutung der Wörter – es sind – aus der Nähe besehen, ungeheuerliche Texte, gefährlich auch deshalb, weil sie aufrüsten, die Romantik ist ein übler Trick der Wiederbewaffnung des vorübergehend Entwaffneten/Impotenten. Was immer noch aussteht, ist eine Entnazifizierung unseres Antiken-Bildes, unsere gräcophilen Heldenverehrung.

Was in den letzten Gesängen der Odyssee gedichtet ist, ist keine 'lrrfahrt des Odysseus“ mehr. Odysseus ist nicht mehr der alte Abenteurer. Beherrschend über allem steht die 'Heimkehr', ein Geschehen, in dem sich etwas Urmenschliches offenbart. Heimkehren, wenn die Not der erzwungenen Ferne uns von den Wurzeln unserer Existenz getrennt hat, ist immer eine Art 'Wieder zu sich selber Kommen'.

Odysseus immer wieder in das Dunkel, das Elend und die Niedrigkeit hinunter, um dann in Stufen wieder aufzusteigen, bis er zuerst bei den Phaiaken wieder als ein Mensch unter Menschen aufgenommen ist, und dann auf Ithaka mit dem Wiedererringen seines Hauses und der Gattin die Heimkehr nach neuen Fährnissen vollendet.

Dem Wechsel der Gewalten hilflos preisgegeben, bangend und wieder hoffend, bald vom Druck der Wasser untergetaucht und sich mit Mühe wieder aus dem Schwall heraufarbeitend, bald kummervoll im treibenden Wracke sitzend, bald an dem Felsen klebend, gegen welchen ihn die Brandungswoge schlug, erscheint der Held als weniger denn ein Nichts, nur dass in diesem Nichts ein Etwas steckt, das all der tobenden Willkür um ihn her immer von neuem die Waage hält: die unerschütterte Besonnenheit, die selbst in der letzten furchtbarsten Ermattung die Lage meistert, indem sie die Lage erkennt und schnell ergreift. Bald ist es ein ruhiges Auseinanderlegen dessen, was die Lage an Bedrohung und Vorteil in sich schließt; bald ist es das Mißtrauen des Leiderfahrenen, der weiß, es ist in der Gefahr mitunter besser, gar nichts zu tun als zu viel zu tun; dann wieder der instinktive Einfall, der im Nu das richtige Verhalten auslöst

Es ist kein Weinen, das befreit und das Starre löst und fortschwemmt. Es ist eine Erschütterung der Seele, die bis an die Wurzeln des Lebens greift. So wirft ein Weib sich schluchzend über den Leib des Mannes, der angesichts seiner Stadt vor dein Feinde fiel und zuckend vor ihr im Todeskampf liegt, indessen die Feinde ihr mit Speeren den Rücken und die Schultern schlagen und sie gebunden ins Elend schleppen, wo ihre Wangen welken müssen; sie weint über ihr zerbrochenes Glück, ihr zerstörtes Leben. Und so weint auch Odysseus, als er, noch ungekannt, am fremden Tisch im Lied des Sängers sich selbst begegnet.

So erzählt Odysseus, und so wird es klar, wie hier unter Glücklichen einer ist. der Schicksal hat. Der eben noch Ungekannte, Namenlose gewinnt nun Hintergrund und erhebt sich zur Gestalt, und steht nun da, der Vielverschlagene.

MOND

Jules Verne transponiert in zwei Büchern die Abenteuer des Odysseus ins neunzehnte Jahrhundert – sein Realismus erscheint uns mindestens so märchenhaft wie der Realismus Homers.

Über die Kommunikation mit den Mondleuten:

Es wäre angebracht, tausende Arbeiter nach Sibirien zu schicken, um in den endlosen Ebenen dort geometrische Figuren mit Hilfe von Leuchtreflektoren zu installieren, die meinetwegen den Satz des Pythagoras veranschaulichen.

Jedes intelligente Wesen, so argumentierte der Ingenieur, müsse die Bedeutung dieser Figuren verstehen. Wenn die Mondleute existierten, würden sie mit ähnlichen Figuren antworten. Wäre auf diese Weise die Verbindung einmal hergestellt, könnte man einfach ein Alphabet entwickeln, mit dem man sich mit den Bewohnern des Mondes verständigen könnte.

Mond und Mythos – eine Logik:

Die blonde Mondgöttin Phöbe ist dagegen den Menschen näher und lässt sich in ihrer bescheidenen Anmut gern betrachten. Sie ist dem Auge gefällig, tritt immer wieder zurück, wenn sie sich auch von Zeit zu Zeit erlaubt, ihren Bruder Phöbus-Apollo, den strahlenden Sonnengott, zu verfinstern, was diesem umgekehrt nie gelingt. Die Mohammedaner haben begriffen, wie dankbar wir dem treuen Freund der Erde sein müssen, und die Monate ihres Kalenders, mit neunundzwanzigeinhalb Tagen, nach seiner Umlaufdauer eingerichtet.

Der Mond ist in den Sprachen der meisten Völker weiblichen Geschlechts. Die frühen Zivilisationsvölker widmeten der hehren Göttin einen besonderen Kult. Die Ägypter verehrten sie als Isis, die Phönizier nannten sie Astarte, den Griechen war sie als Selene oder Phöbe-Artemis, Tochter der Leto und des Zeus, heilig. Die Neumondphase erklärten sie damit, dass die Göttin der Nacht und der Jagd heimlich bei dem schönen Endymion weilte. Einer mythischen Erzählung zufolge hauste der Nemeische Löwe zuerst auf dem Mond, ehe er die Erde verwüstete.

Der Mond und die Erdenleute

Man war sicher, daß der Mond einen geheimnisvollen Einfluss auf das Schicksal der Menschen ausübte, und hielt ihn für das entscheidende »Gegengewicht« zur menschlichen Existenz. Man glaubte, jeder Mondbewohner sei mit einem Erdbewohner durch ein unsichtbares Band verbunden, und Doktor Mead behauptete, alle Lebensvorgänge auf der Erde seien dem Mond untergeordnet, so dass zum Beispiel Jungen fast immer bei Neumond, Mädchen dagegen im letzten Mondviertel geboren würden ...

Projektile und Gefährte

Ein Projektil ist einfach das Verkehrsmittel der Zukunft. In Wahrheit sind die Planeten nichts anderes als Projektile, Geschoße, die die Hand des Schöpfers ins All geworfen hat.

Über den Erdenschatten springen

Wenn man gewissen Leuten, liebe Zuhörer, die ich nicht anders als beschränkt nennen kann, Glauben schenkt, dann ist es das Schicksal der Menschen, auf der Erde zu verharren. Dann werden sie nie über ihren Schatten springen können, auf dem Globus dahinvegetieren, ohne sich je in planetarische Weiten erheben zu können. Weit gefehlt, kann ich da nur sagen! Wir werden auf den Mond fliegen, zu den Planeten, in die Sternenwelt, wie man heute nach Liverpool oder New York reist. Bequem, schnell und sicher. Bald wird man die Weiten des Alls durchqueren, wie man demnächst die weiten Meere des Monds durchqueren wird! Entfernung ist immer relativ, und eines Tages wird sie keine Rolle mehr spielen.

Die beste aller Welten

Den Leuten, die die anderen Planeten für unbewohnt halten, muss man antworten: Ihr könnt recht haben, falls es bewiesen wäre, dass die Erde die beste aller Welten ist. Aber das ist nicht der Fall, auch wenn Voltaire anderer Ansicht war. Die Erde hat nur einen Trabanten, während Jupiter, Uranus, Saturn und Neptun den nicht zu verachtenden Vorteil besitzen, mehrere davon zu haben. Was aber unseren Globus vor allem so unbequem macht, ist die Neigung seiner Achse in bezug auf seine Umlaufbahn. Daher rührt das Malheur der ungleichen Tag- und Nachtlängen und die ärgerliche Verschiedenheit der Jahreszeiten. Auf unserem armseligen Globus, der nicht einmal eine richtige Kugel ist, ist es doch immer zu heiß oder zu kalt. Im Winter erfriert man, im Sommer verschmachtet man fast. Schnupfen, Katarrh und Lungenentzündung beherrschen unseren Planeten. Die Bewohner des Jupiter dagegen, dessen Achse nur ganz wenig geneigt ist, könnten sich ständig gleichbleibender Temperaturen erfreuen. Sie hätten eine permanente Frühlings-, Sommer-, Herbst- und Winterregion und könnten sich die ihnen genehme aussuchen und sich dort für ihr ganzes Leben niederlassen, ohne irgendwelche Temperaturschwankungen erdulden zu müssen. Sie werden zustimmen, dass Jupiter dadurch unserem Planeten haushoch überlegen ist, abgesehen davon, dass ein Jupiterjahr zwölf Erdenjahre dauert! Außerdem ist es für mich klar, dass die Bewohner dieser glücklichen Welt unter diesen Voraussetzungen und wunderbaren Lebensumständen auch überlegene Wesen sind, dass ihre Gelehrten gelehrter, ihre Künstler größere Künstler, ihre Bösewichter weniger böse und ihre rechtschaffenen Menschen besser und gerechter sind. Leider, leider ist das so! Und was fehlt unserem mangelhaften Globus? Nur der rechte Winkel seiner Achse in bezug auf seine Umlaufbahn!

Ergänzung: Boccaccio

Von der Süße des Vollmonds

Als ich noch klein war, in Dublin, und zu Mutters Füßen saß, frug ich sie einst: was man mit den alten Vollmonden anfange? „Liebes Kind“, sagte die Mutter,“die alten Vollmonde schlägt der liebe Gott mit dem Zuckerhammer in Stücke, und macht daraus die kleinen Sterne.“
Lucie aber erzählte aber, dass ihre Großmutter, die alte O`Meara ihr erzählt habe: die Vollmonde würden in der Hölle als Feuermelonen verzehrt, und da man dort keinen Zucker habe, müsse man Pfeffer und Salz darauf streuen.

Heinrich Heine, Die Stadt Lucca

The far Side of the Moon

Poetische Notiz: Die Krater auf Rückseite des Mondes tragen nach der ersten Mondumrundung durch den Sputnik der Sowjets die Namen russischer Künstler und Politiker, nur die Vorderseite ist international.

In seiner jüngsten Produktion the far side of the moon, widmet sich der Schauspieler und Regisseur Robert Lepage dem ultimativen Traum der Menschheit: der Reise zum Mond und dem Wettlauf um die Erforschung des Weltalls, der in den sechziger Jahren auch zu einer zentralen propagandistischen Waffe im Kalten Krieg wurde und eine ganze Generation - nicht zuletzt Lepage selbst - in seinen Bann gezogen hatte. Die Landung auf dem Erdtrabanten ist nicht nur Teil unserer modernen Mythologie geworden, in der Astronauten an die Stelle olympischer Götter und Helden treten. Neil Armstrongs "litte step for a man" markiert auch einen wichtigen symbolischen Sieg im Wettstreit der politischen Ideologien, der die endgültige Kapitulation des Sowjetsystems schon zwanzig Jahre zuvor antizipiert hat.

In seinem Stück verschränkt Lepage die Meilensteine der Weltraumforschung mit persönlichen Erlebnissen aus seiner Jugend und Kindheit und spiegelt die Rivalität der Russen und Amerikaner in der von Eifersucht und Narzissmus gekennzeichneten Beziehung eines ungleichen Brüderpaars.
Untermalt von der Musik Laurie Andersons erzählt the far side of the moon die Geschichte von Philippe, den seine höchst emotionale, lebenslange Liaison mit der Raumfahrt zum weitabgewandten Sonderling werden ließ. Der 42-jährige verbummelte Student dreht ein Video über sein Leben, das im Rahmen eines wissenschaftlichen Projekts zur Erforschung außerirdischer Intelligenz in den Weltraum ausgestrahlt werden soll, und er- träumt ein persönliches Zusammentreffen mit dem pensionierten sowjetischen Kosmonauten Leonov. Gleichzeitig bemüht er sich, die letzten Belege für seine Dissertationsthese zu finden, die an Überlegungen des russischen Visionärs Tsolkovsky anknüpften, auf die die Entwicklung der Raumfahrt zurückzuführen ist.

Erst der Tod seiner Mutter reisst Phillip aus seiner autistischen Obsession für die Technik. Er beginnt nicht nur ihren Nachlass, sondern auch sein eigenes Leben zu durchforsten und versucht die Beziehung zu seinem jüngeren, schwulen Bruder Andre wieder aufzunehmen, einem Meteorologen, der als Fernsehmoderator zu einem begehrten Star geworden ist und sein Leben erfolgreich zu meistern versteht.

Ausgehend von Originalzeugnissen amerikanischer Astronauten erzählt Lepage vom Versuch eines Menschen, sich wieder dem normalen Leben anzupassen. Phillip macht dabei ähnliche Erfahrungen wie einst die Männer, die, beflügelt von den amerikanischen Idealen von Gott, Vaterland und Familie, zu ihrer Mission ins All aufgebrochen waren: dass das Abenteuer nicht mit der Reise in die Tiefen des Weltraums endet, sondern dass das Betreten der unberührten Oberfläche des Mondes erst den Ausgangspunkt darstellt für eine noch viel aufregendere Reise - die Reise ins tiefe Innere der menschlichen Seele.
Immer wieder verschwimmen in Lepages Geschichte die Grenzen zwischen diesen unterschiedlichen Reisen. Der Regisseur, der in dieser Produktion auch sein einziger Darsteller ist, führt die Raumfahrt und das Leben auf der Erde in einer überzeugenden Metapher zusammen - und das Publikum in eine Welt, wo die unstillbare Sehnsucht der Menschheit, die Schwerkraft überwinden zu können, nicht weniger gilt als Phillips Versuch, sich von den Fesseln seiner emotionalen Gravitation zu befreien.

TECHNIK

Die rasante Entwicklung der Raumfahrtindustrie, die stets eine Rüstungsindustrie war, verläuft parallel zum Niedergang der Dritten Welt. Die Fortschrittsideologie führt zu einem Rückschritt der Zivilisation (oder der Zivilisationskultur, der zivilen Kultur insgesamt).

Die Not der „armen Länder“ verhält sich umgekehrt proportional zur Euphorie der Spitzentechnologie, die als archaische Technik aus der List des Odysseus hervorgegangen ist – das trojanische Pferd als Maschine zur Naturüberlistung (= Poseidonüberlistung), als Urbild des Raumschiffes.

Die Erde ist ein Satellit des Mondes

Apollo 2 kostete mehr als Apollo 1
Apollo 1 war teuer genug.
Apollo 3 kostete mehr als Apollo 2
Apollo 2 kostete mehr als Apollo 1
Apollo 1 war teuer genug
Apollo 4 kostete mehr als Apollo 3
Apollo 3 kostete mehr als Apollo 2
Apollo 2 kostete mehr als Apollo 1
Apollo 1 war teuer genug.
Apollo 8 kostete eine Menge, aber das bereute niemand:
die Astronauten waren Protestanten,
und auf dem Mond lasen sie die Bibel,
alle Christen waren voller frohem Staunen
Papst Paul Vl. segnete sie bei ihrer Rückkehr.
Apollo 9 kostete mehr als alle zusammen
einschließlich Apollo 1, der teuer genug war.
Die Urgroßväter der Leute in Acahualinca hatten weniger
Hunger als die Großväter.
Die Urgroßväter starben vor Hunger.
Die Großväter der Leute in Acahualinea hatten weniger
Hunger als die Väter.
Die Väter der Leute in Acahualinca hatten weniger Hunger
als die Söhne der Leute dort.
Die Väter starben vor Hunger.
Die Leute in Acahualinca haben weniger Hunger als die
Söhne der Leute dort.
Die Söhne der Leute in Acahualinca werden nicht geboren
vor Hunger,
sie hungern danach, geboren zu werden, und sterben dann
Hungers.
Selig sind die Armen, denn ihrer ist der Mond.

Leonel Rugama
Deutsch von Christel Dobenecker
Aus: Moderne Lyrik aus Nicaragua, Reclam, Leipzig 1981

HAL`s Legacy – Annäherung an Kubricks Film

Das Ende der Odyssee zwischen Mensch und Maschine zeichnet sich dann ab, wenn die Maschinen sprechen lernen, antworten, verstehen und schließlich gar vom Träumen träumen.

H-A-L is derived from Heuristic Algorhythmics

HAL ist der Bordcomputer des Raumschiffs Discovery in Stanley Kubricks „2001 – Odyssee im Weltraum“. Als Meta-Maschine ist er für alle lebenserhaltenden Systeme an Bord zuständig, spielt Schach, spricht warmherzig und mitfühlend mit den beiden Astronauten, bis ihn eine Lüge aus der Bahn wirft – er schaltet die lebenserhaltenden Systeme ab. So wird die freundliche Maschine, die Konstruktion, in der das Herzblut seines Konstrukteurs kreist, wieder zu dem, was sie Jahrhunderte zuvor gewesen ist: Zu einem unberechenbaren Feind, zum Todfeind. Gerade noch Mittel der Naturbeherrschung, und bald schon – reziprok – ein Feind des Menschen, des letzten Restes von Natur in der Zivilisation.
Im letzten Moment gelingt es dem letzten überlebenden Astronauten, Dave, HAL abzuschalten. In Todesangst lautet die letzte Frage der Maschine: Werde ich auch träumen? (siehe unten die Passage aus dem Drehbuch)

Nicht umsonst gilt das troijanische Pferd, ein technisches Produkt des listenreichen Odysseus, als erste Maschine (wenn auch mit mythischen Wurzeln, denn das Pferd war dem Poseidon heilig).
Der Computer als Maschine als List des Odysseus.

The film has even been praised by the pope – David G. Stork

Consequently there is no scientific reason for the early birthday of HAL - David G. Stork

Ein Märchen wird wahr

Prophezeiungen treffen immer ein, die Prognostik ist eine äußerst zuverlässige, weil suggestive Wissenschaft. Das wuSSte man in der Antike der Griechen wie der Juden gleichermaßen. Der wirkliche Prophet weiß, daß er die Wirklichkeit nur vorankündigt, nämlich dadurch, daSS er sie erfindet – er ahnt keine Zukunft, er suggeriert sie – das Wort des Propheten ist gleichsam ein Aggregat der noch nicht geschehenen Geschichte, der noch nicht eingetroffenen Situation, die erst wirklich wird, weil sie durch die Vorwegnahme ihrer Realität im prophetischen Wort möglich gemacht, erfunden, provoziert ist.

In der Odyssee gibt es abgesehen von den klassischen Sehern die Götter, die durch ihren Spruch den Gang der Geschichte umdeuten, sie agieren gleichsam als Meta-Propheten, die mit ihren Sprüchen und Launen nicht nur Geschichts-Suggestion, sondern auch Wirklichkeits-Kreation betreiben. In der österreichischen Ministerialbürokratie wären sie eine Kreuzung zwischen Sektionschef und Abteilungsleiter: Der eine weiß, was sein muss, aber nicht, auf welche Weise dies so und nicht anders wirklich werden kann, der andere weiß, wie es wirklich ist, muss aber trotzdem eine neue Wirklichkeit erzeugen, die dem "So muss es sein" des Sektionschefs entspricht. Beides in einer Person ist der griechische Gott, der an seiner Vollkommenheit letztlich verzweifelt, weil er versäumt, mit sich selbst zu sprechen, was aber auch Sektionschef und Abteilungsleiter sehr selten miteinander tun – folglich ist die österreichische Bürokratie zum Teil äußerst mythologisch und die griechische Götterwelt zumindest kakanisch verbeamtet – eine Mythologie des Beamtentums täte Not.

Dadurch aber, daß die Götter bzw. die Sektionschefs in ihren Entscheidungen so positiv im wörtlichen Sinne (nämlich wirklichkeitsstiftend) sind, also keine Möglichkeiten freigeben, sondern den Zwang des hier und jetzt herstellen, durch diese Unbeweglichkeit, durch diesen Unverstand, erhält der Verstand des Odysseus seine Chance. Er kann dem starren Sinn der apodiktischen, unklugen Prognostik durch seine Listen entgehen. So dass die Zeit reif wird und aus der Suggestion heraus geschehen kann, was ohne Ankündigung nie geschehen wäre.

Die Methodik des amerikanischen Alltags ist pure Entmythologisierung. Durch das Realisieren des Phantastischen, das Inszenieren des Prophezeiten werden die Suggestionen, sowohl die Hoffnungen als auch die Ängste gegenüber der Zukunft aufgehoben, schon dadurch dass der phantasierte Gegenstand durch seine Realisierung sich selbst verliert. Diese Entzauberung von Zeit, Hoffnung und Geschichte ist auch der Stil des Odysseus, er ist der amerikanischste aller griechischen Helden, vielleicht ein Bürger von Seattle.

Ein Zeitungsbericht aus Seattle:
Anonymous monolith brings a landmark movie to mind

On the first day of 2001, the monolith glistened in the warm sunlight of a new millennium. At roughly nine feet tall and several feet wide, it certainly looks like the shrieking black marker in Stanley Kubrick's landmark movie, "2001: A Space Odyssey." And like the movie, the renegade sculpture raises at least a couple of questions. Like, who put it there, obviously without the city's permission? There are precious few clues. Certainly, there is no commemorating plaque. The hollow monolith - perhaps an empty fuel tank? - was carefully positioned on the park's Kite Hill, possibly on New Year's Eve, to capture the attention of the masses strolling along the lakeshore below. At its base the sod was carefully tamped back into place, but several plastic bottle-cap rings littered the ground, suggesting the artists sought refreshment after their clandestine labor. News of the monolith's appearance circulated late New Year's Eve on Capitol Hill as the Infernal Noise Brigade, a marching band of anarchists, led a peaceful parade downtown where a bonfire was lit at First Avenue and Pike Street.
Anonymous art in Seattle - a place of interminable tame public art - is a guilty pleasure. Remember the 700-pound steel ball and shackles placed on the right leg of the art museum's Hammering Man? Or the 1,800-pound metal heart Jason Sprinkle - "Subculture Joe" - placed at Westlake Park in 1996, in protest of a lot of things? That stunt cleared out a swath of downtown when police decided the artwork might contain a bomb, which of course it didn't. And what message does the Magnuson monolith convey, besides an obvious rip-off of the movie?
As Denny Sargent moved forward to touch it yesterday he began to hum the theme song of 2001, "Tum-Tum-Tum-Tum-Tum-Tum - Tum!" "I feel my intelligence increasing by the moment," he said. His son, Jason, offered no verbal appraisal but hugged it. Why? It was warm from the sun. While no bones flew into the air, a boomerang suddenly circled by in swooping arc. John Thoe retrieved the boomerang and paused to inspect the artwork. "It's cool," he said. "Especially on the first day of 2001." - Mark Higgins, Seattle Times assistant metro editor

Macht bedeutet Erinnerung, das Nennen von Namen in der richtigen Chemie, der richtigen Zusammensetzung, zur rechten Zeit am rechten Ort. Dadurch stellt man – mächtig – eine spezifische Form der Gleichzeitigkeit her, einen Konnex, der als Sinn anmutet, als Welterklärung und damit als Weltbeherrschung. Ein Malermeister, der Macht über seinen Malerlehrling besitzt, beherrscht dadurch die ganze Welt oder beherrscht seinen Lehrling erst dann, wenn er in der Lage ist, die ganze Welt zu beherrschen. Diesem historischen Schicksal unterliegen nicht nur die Maler und Anstreicher.
Das Beherrschen und Ordnen der Erinnerung, die Befähigung zum „Computerischen“ schlechthin, bedeutet Konzentration – eine Konzentration der Sinne und des Sinnes, zu der die Maschinen ausgezeichnet befähigt sind. Nicht zuletzt deshalb, weil die Maschinen alles das besonders gut können, was den Menschen – ihren Erfindern, die zugleich Träumer von der Vollkommenheit dieser Maschine sind - wichtig ist (zB. Macht).

Das können sie dann besonders gut, aber unter Umständen eben nur das. Ähnliche Machtspiele wurden längst in der Antike und sentimentalisch in der frühen Renaissance gepflogen, es ging um das Ordnungssystem der Erinnerung, zB. die Lull`sche Gedächtniskunst – jedes gute System, auch ein Assoziationssystem, ist eine Maschine und damit eine früherahntes Computerwesen.

A review of the development and implemtation of the CYC program shows us how, through applications such as natural language understanding, checking and integrating information in spreadsheets and data bases, and finding relevant information in image libraries and on the World Wide Web, the key point is that if you have the necessary common-sense knowledge, you can make the necessary inferences quickly and easily; if you lack it, you can't solve the problems. Ever. – Douglas B. Lenat

Das Leben mit Computern fördert eine Renaissance der Romantik, zum Teil durchaus gefährlich, weil unkontrolliert, weil die Konzentration entfällt, die letztlich den Maschinen gehört oder mittlerweile im Herz der Maschinen wohnt.
Odysseus sitzt in seinem trojanischen Pferd und damit im Herz der ersten Maschine, wenn der Mensch das Herz der Maschine verlässt (wie Odysseus mit seinen Gefährten den Bauch des Pferdes in Troja), beginnt das Schlachten, die Katastrophe. Zugleich kann der romantische Held Odysseus noch spielen zwischen den Orten seiner Konzentration, die letztlich Fluchtpunkte auf einer Heimkehr sind, die längst keine Heimkehr mehr, sondern eine Abkehr von der üblichen, untechnischen, unlistigen, unlustigen Welt mit ihren pathetischen, epischen Machtlandschaftenist, derer man sich aber voraufklärerisch nicht zu bemächtigen imstande war. So gewöhnt sich Odysseus daran, irgendwann mit einer selbstgebastelten Vernunft im eigenen Kopf oder in der Konzentration des Textraums seiner Geschichten zusammenzuleben.

I believe we are still a very long way away from creating a system as powerful as HAL. A very long way. Human intelligence means more than intellectual brilliance: it means true depth of understanding, including shared cultural background and knowledge ­ the sort of background that takes decades to acquire. It also means what Daniel Goleman refers to as emotional intelligence: the knowledge and skills of social interaction, including the ability to cooperate and compete successfully with colleagues, friends, and rivals. – Donald A. Norman

Angst ist oft ein Hobby derer, denen das Abenteuer versagt bliebt, oder die Angst ist das Abenteuer schlechthin, weil wenigstens das Herz anders schlägt. Nachdem nun Computer kein Hobby haben, nachdem sie selbst ein Hobby des Verstandes sind, ist für sie auch die Angst kein Abenteuer, sondern wäre eine Herzensangelegenheit, wenn sie ein solches Herz hätten. Sie erfinden das Herz neu, weil ihnen der Charme des Abenteuers und die Gefahr für den Verstand in der Angst abgeht.

Der Sinn des Szenetextes ergibt sich daraus, daß HAL vom überlebenden Astronauten Dave abgeschaltet wird, die Intelligenz rechnet sich im Laufe der Szene hinunter, endet bei einer langen Sequenz mit „Hänschen klein“, um dann nicht einmal mehr Musik, sondern nur Angst zu verspüren. Erst nach der Musik kömmt die Angst.

Aus dem Filmscript – HALs letzte Worte:
HAL: Dave, stop ... Stop, will you? Stop, Dave ... Will you stop, Dave ... Stop, Dave. I'm afraid ... I'm afraid ... I'm afraid, Dave ... Dave ... my mind is going ... I can feel it ... I can feel it ... My mind is going ... There is no question about it. I can feel it ... I can feel it ... I can feel it ... I'm a ... fraid ...
HAL: Dave, stop.... Stop, Dave.... I'm afraid, I'm afraid, Dave ...

The inability of today's computers to recognize, express, and have emotions severely limits their ability to act intelligently and interact naturally with us. But emotion without balance can also lead to disaster, as it does in 2001. - Rosalind W. Picard

They never seemed to get excited about anything. Maybe that's a bit of what's wrong with science, actually. For most people there's so little passion in it. Just get the data, try to be fair to the data, and all that. Kubrick may have had that exactly right. -Stephen Wolfram und David G. Stork

 

Österreichische Beamtenversicherung, Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit