ÖBV – Österreichische Beamtenversicherung, Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit – ÖBV Versicherung

Grafik: Grabenfest 2002

ÖBV - Veranstaltungen und Events
Grabenfest 2002

Die Trouba Tour - Musik und die Liebe
19. - 21. Juni

Die Trouba Tour

"Die Liebe liebt das Wandern,
Gott hat sie so gemacht."

Der Autor dieser beiden Zeilen, Wilhelm Müller, verstarb nach unstetem Wanderleben völlig verarmt auf der Flucht in Rom.

Der Komponist, der die Gedichte "seines" Dichters sehr liebte und vertonte, holte sich auf Wanderungen durch das nächtliche Wien die Syphilis. Franz Schubert und Wilhelm Müller, beides große Liebende, waren die Troubadours ihrer Zeit.

Lieben und Leiden, Wandern und Flüchten sind Teil der einen Tour, der tour de force der Liebe. Die Liebeslieder sind die Wanderlieder der Flüchtenden, die Flucht ist prototypisch für die Sänger der Liebe, doch es gibt kein Entkommen, kein Ende der Musik, keine Rettung und keine Erlösung, das Lied selbst ist Lösung und Rätsel zugleich zu allen Zeiten.

Ein Zeitgenosse Schuberts und Müllers war auch der armenische Sänger Sajat Nova, statt von Wien nach Atzenbrugg oder von Berlin nach Rom wanderte er von Tiflis nach Taschkent, von Baku nach Goumry. In ihm lebt die 1400-jährige Tradition der kaukasischen Troubadours, auch er war auf der tour de force der Liebe, der Trouba Tour durch die Musik.

Das 11. Grabenfest der ÖBV begibt sich mit den Troubadours auf diese Reise.

Die Musik Sajat Novas ist an allen drei Abenden der Ausgangspunkt für neue Klänge der Liebe in der Musik. "Sajat Nova ist nicht nur ein armenischer Dichter. Er ist auch allgegenwärtig in der georgischen und aserbeidschanischen Literatur.

Er ist wie ein Becken, in dem drei Völker getauft wurden, wenn nicht durch den Glauben, doch durch die Liebe." (Baruir Sewag) Sajat Nova wurde 1722 in Tiflis (Tbilisi) geboren. Von früher Kindheit an widmete er sich fast ausschließlich der Musik, sein bevorzugtes Instrument war die Kamantscha, das traditionelle Saiteninstrument der kaukasischen Troubadours.

Bald wurde er zum Hofmusiker des georgischen Königs Heraklit II erwählt, wurde aber aufgrund seiner Liebe zur Königsschwester Anna vom Hof vertrieben. Nach seiner Verbannung begann er ein unstetes Wanderleben, bis er 1770 in ein Kloster eintrat. 1795 fand er bei einer Christenverfolgung durch die Perser den Tod.

Armenien ist seit drei Jahrtausenden ein Kulturland am Schnittpunkt verschiedener Zivilisationen, zwischen Europa, Asien und dem Orient. Die Armenier gelten als das älteste christliche Volk der Welt, die eigene Sprache und Literatur hat diesem Volk durch alle Zeiten der Blüte und der Verfolgung seinen besonderen Charakter bewahrt. Der verbliebene Rest des historischen Siedlungsgebietes bildet heute die Republik Armenien, gelegen am Fuß des Berges Ararat, zwischen Türkei, Georgien, Aserbeidschan und dem Iran gelegen.

Herbert Strohschein

 

Österreichische Beamtenversicherung, Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit