ÖBV - Österreichische Beamtenversicherung, Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit - ÖBV Versicherung

VD Mag. Dr. Setinek und VD Mag. Trawöger

Im Sturm der Finanzkrise: Die ÖBV ist gut aufgestellt

  • Die garantierten Leistungen in der  Lebensversicherung sind gesichert.
  • Unsere traditionell konservative Veranlagungspolitik hat sich in der Finanzkrise bewährt
  • Ein großer Teil unserer Vermögenswerte ist in festverzinslichen Wertpapieren, Realitäten, Beteiligungen und Bankguthaben investiert.
  • Die Aktienquote der Österreichischen Beamtenversicherung liegt derzeit unter 3%
  • Die Liquidität ist für das gesamte Jahr 2009 gesichert.

Die internationale Finanzkrise scheint derzeit zwar hauptsächlich Banken zu treffen, dennoch sind auch Versicherungskundinnen und –kunden verunsichert. Auch an die ÖBV werden derzeit viele besorgte Anfragen gerichtet und der Vorstand hat sich daher entschlossen, an dieser Stelle auf die Fragen einzugehen.

Wir erleben derzeit die größte Finanz- und Bankenkrise der letzten Jahrzehnte. Seit über einem Jahr sind die Finanzmärkte in Aufruhr. Ausgangspunkt war der sogenannte „Subprime-Kreditmarkt“ in den USA. Die Vergabe von Hypothekarkrediten ohne (ausreichende) Sicherheiten führte bei sinkenden Immobilienpreisen zu massiven Bewertungsproblemen bei Banken und ließ das gesamte System kollabieren. Wie eine Kettenreaktion verbreitete sich dieser Virus  binnen kürzester Zeit auf die gesamte globalisierte Finanzwelt und erreichte schließlich auch die österreichische Banken- und Versicherungslandschaft. Welche Folgen hat nun die Finanzkrise für die Kundinnen und Kunden der ÖBV?


Ist meine ÖBV-Vorsorge sicher?

Für die klassische Lebensversicherung lautet die Antwort darauf: Ja! Für Lebensversicherungsunternehmen schreibt das Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) strenge Veranlagungsprinzipien vor, die auf ausgewogener Mischung und Streuung von Veranlagungen basieren. Gerade diese Vorschriften haben sich in der gegenwärtigen Krise bewährt. Im Rahmen der klassischen Lebensversicherung garantieren wir unseren Mitgliedern eine Leistung bei Vertragsende oder eine Rente. Für diese Leistungen werden hohe Rückstellungen gebildet, die mit entsprechenden Vermögenswerten jederzeit voll bedeckt sind. Diese Vermögenswerte, auch Deckungsstock genannt, werden getrennt vom übrigen Vermögen verwaltet und stellen damit Sondervermögen dar, auf das selbst im Problemfall ausschließlich die Mitglieder Zugriff haben. (Zum 30. September 2008 ist der Deckungsstock beruhigend überdeckt, d. h. es sind mehr Vermögenswerte vorhanden als diesen Verpflichtungen gegenüber stehen.) Zusätzlich besteht die Pflicht zur laufenden Überwachung dieser Vermögenswerte durch Deckungsstocktreuhänder, die von der Finanzmarktaufsicht (FMA) bestellt werden. Sämtliche Dispositionen bedürfen der ausdrücklichen Zustimmung dieser Treuhänder.

Für jeden einzelnen Vertrag in der klassischen Lebensversicherung werden alljährlich neben der garantierten Verzinsung (dzt. 2,25 %) Überschussanteile errechnet und zugewiesen. Auch die bereits zugewiesene Überschussbeteiligung ist garantiert und kann nicht mehr verloren gehen. Kein Mitglied verliert also Geld. In der Zukunft können die Erträge aufgrund der Finanzkrise aber je nach Jahresergebnis geringer ausfallen als in der Vergangenheit.

Etwas anders stellt sich die Situation in der Fondsgebundenen Lebensversicherung dar, bei der von der Prämie Fondsanteile erworben werden. Diese Fondsanteile werden nicht von der ÖBV veranlagt, sondern von den jeweiligen Fondsmanagern. Wertschwankungen der Fondsanteile – nach oben wie nach unten – schlagen sich unmittelbar auf das Fondsguthaben nieder. Die Fondsgebundene Lebensversicherung hat jedoch eine (theoretisch) unendliche Laufzeit, d. h. selbst wenn die Beitragszahlung bereits beendet ist, muss das Fondsguthaben nicht sofort zu möglicherweise ungünstigen Kursen realisiert werden. Die Indexgebundenen Lebensversicherungen der ÖBV sind mit Kapital- und teilweise Ertragsgarantien (je nach Tarif) ausgestattet. Die Sicherheit der Garantie hängt vom Garantiegeber ab. Da die ÖBV in diesem Zusammenhang ausschließlich mit renommierten österreichischen Banken kooperiert, gehen wir auch zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass die Garantien nicht gefährdet sind.


Was unternimmt die ÖBV gegen die Auswirkungen der Finanzkrise?

Hier gilt der Grundsatz „Vorbeugen ist besser als heilen!“. Durch eine gezielte risikoavers ausgerichtete Veranlagungsstrategie in der Vergangenheit konnten die Auswirkungen der Finanzkrise in der ÖBV deutlich abgemildert werden. Die ÖBV verfügt über ein Veranlagungsteam, das seine langjährige Branchenerfahrung mit der Risikopolitik der ÖBV in Einklang bringt. Die Sicherheit der uns anvertrauten Mitgliedergelder genießt dabei seit je her oberste Priorität. Die ÖBV investiert traditionell in risikoarme, konservative Veranlagungsprodukte, ohne jedoch die Ertragskomponente aus den Augen zu verlieren. In den guten Börsejahren 2003 bis 2006 stieg beispielsweise der Aktienanteil auf bis zu 15 % an. Ab Anfang 2007 wurden jedoch wieder vermehrt Aktien (mit Gewinnen) verkauft und damit sukzessive das Risiko reduziert. Derzeit liegt die Aktienquote unter 3 %. Ein Großteil der Vermögenswerte ist in festverzinslichen Wertpapieren (Anleihen, Darlehen und Schuldscheine) bzw. in Realitäten, Beteiligungen und Bankguthaben investiert.

Eine weitere wichtige risikopolitische Maßnahme der ÖBV ist die sorgfältige Auswahl der Wertpapieremittenten (Schuldner).  Die Veranlagung in festverzinsliche Wertpapiere erfolgt bei der Republik Österreich sowie österreichischen und ausgesuchten westeuropäischen Banken. Veranlagungen bei den in den Medien oft genannten US-amerikanischen Investment-Häusern (Bear Stearns, Lehman Brothers oder AIG) hatte und hat die ÖBV nicht im Portfolio.


Welche Auswirkungen kann die Finanzkrise auf die ÖBV haben?

Natürlich wird die derzeitige Situation auf den Finanzmärkten auch an der ÖBV nicht spurlos vorübergehen. Wenn die Werte aller Asset-Klassen (Aktien, Anleihen, Immobilien etc.) weltweit teilweise dramatisch sinken, ist jedes Versicherungsunternehmen davon betroffen. Mit einer klaren, konservativen Veranlagungspolitik ohne Experimente sind wir jedoch gut auf diese Situation vorbereitet. Trotz der Turbulenzen an den Finanzmärkten verfügt die ÖBV zum 30. September über eine deutliche Eigenmittelüberdeckung, was wiederum Ausdruck einer soliden finanzwirtschaftlichen Stabilität des Unternehmens ist. Aus diesem Grund haben wir auch nicht vor, die vom Gesetzgeber erlassenen zusätzlichen Bewertungserleichterungen für Banken und Versicherungen in Anspruch zu nehmen.

Die Auswirkungen der Finanzkrise werden sich jedoch voraussichtlich im Jahresergebnis der ÖBV niederschlagen. Die Gewinnbeteiligung für das Jahr 2008 ist davon nicht betroffen; sie wurde bereits angespart und wird mit Ende des Jahres jedem einzelnen Vertrag zugeteilt. Aussagen über die Gewinnbeteiligung nach 2008 können aber naturgemäß jetzt noch nicht gemacht werden.

Eines der Hauptprobleme der aktuellen Banken- und Immobilienkrise ist die mangelnde Versorgung mit liquiden Mitteln. Die Versicherungsbranche ist grundsätzlich in einer anderen Situation, da u. a. durch Prämieneinnahmen laufend Liquidität zufließt. Die ÖBV hat zusätzlich eine ausreichende Cash-Position aufgebaut. Die Planung zeigt damit für das gesamte Jahr 2009 eine ausreichend gesicherte Liquidität.


Die nahe Zukunft

Zur Sanierung des Weltfinanzsystems sind staatliche Eingriffe offensichtlich notwendig. Die Modelle reichen von Verstaatlichung über zeitlich befristete Staatsgarantien bis hin zur Verfügungstellung von Eigenkapital. Zusätzlich sollen Bewertungserleichterungen helfen, die Bilanzen der Unternehmen zu stabilisieren. Aus derzeitiger Sicht ist die ÖBV weit davon entfernt, auch nur eine dieser Maßnahmen in Anspruch nehmen zu müssen. Wir nehmen unsere Verantwortung für die uns anvertrauten Mitgliedergelder sehr ernst und sind auf Grund unserer Produkt-, Veranlagungs- und Risikopolitik auch für die Zukunft gut aufgestellt. Die Auswirkungen auf Ertrag und Bilanz sind dennoch spürbar. Die Gewinnbeteiligung der ÖBV in der klassischen Lebensversicherung bewegte sich bisher stets im oberen Drittel der Branche. Dort wird die ÖBV auch in Zukunft positioniert sein.

 

 

Mag. Josef Trawöger, designierter Vorstandsvorsitzender der ÖBV,
VD Mag. Dr. Karl-Heinz Setinek