Die ÖBV hält weiter 4% Gesamtverzinsung
Die ÖBV kann die Gesamtverzinsung** in der ⇒ klassischen Lebensversicherung weiter bei 4% halten – und ist damit weiterhin im obersten Segment der Branche vertreten.
„Unter anderem ermöglicht dies unsere Struktur als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit“, betonen die Vorstandsdirektoren Josef Trawöger und Karl Heinz Setinek im Interview mit ÖBVaktiv unisono. Der Rückblick auf 2009 – mit der Genehmigung der Bilanz durch die Mitgliederversammlung Mitte Juni „offiziell“ – fällt daher trotz schwieriger Wirtschaftslage durchaus positiv aus.
ÖBVaktiv: Das Jahr 2009 ist jetzt für die ÖBV auch bilanzmäßig abgeschlossen. Welches allgemeine Resümee ziehen Sie im 115. Jahr unseres Bestehens im Rückblick auf das 114.?
Josef Trawöger: Die erste Reaktion ist Erleichterung. Anfang 2009 war es ja eine Reise ins Ungewisse. Wir wussten nicht, wie sich Kapital- und Versicherungsmärkte entwickeln würden. Die Geschäftsentwicklung selbst war gut und erfüllt uns mit Zufriedenheit, auf der wir uns allerdings nicht ausruhen. Wir konnten uns auf dem Markt behaupten und unsere Projekte, allen voran das Vertriebsprojekt „viva“, sind gut gelaufen.
Karl Heinz Setinek: Ich kann das nur unterstreichen. Die ÖBV hat sich in einem wirtschaftlich sehr schwierigen Umfeld gut gehalten und hat gezeigt, dass sie extrem gut aufgestellt ist. Wir haben unsere Organisation den Erfordernissen angepasst. „viva“ war ein Erfolg. Wir arbeiten schon seit Jänner mit den neuen Vertriebsstrukturen.
ÖBVaktiv: Was heißt das konkret in Zahlen gegossen?
Josef Trawöger:
Unsere Bilanzsumme ist um 4% auf über 1,6 Mrd. Euro gewachsen, das ist sehr erfreulich. Ähnliches gilt für die Deckungsrückstellungen – und auch die Reservetöpfe konnten wieder dotiert werden.
Karl Heinz Setinek: Das stärkt unsere Eigenmittel. Wir sind jetzt bei einer Eigenmittelüberdeckung von 110%.
Vor diesem Hintergrund, der Stärkung der Eigenmittel und der verbesserten internen Organisationsstrukturen, können wir unseren Kundinnen und Kunden diese attraktive Gesamtverzinsung bieten.
Das ist sicherlich eines der Highlights des Jahres 2009, darauf sind wir stolz. Die meisten österreichischen und international börsenotierten Unternehmen sind deutlich unter 4% gegangen, manche sogar auf 3,25%.
Josef Trawöger: Wir sind bei 4% geblieben: Und das ist genau, was die ÖBV als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit auszeichnet.
Unser Geschäftsergebnis erlaubt es, dass wir 4% Gesamtverzinsung an unsere Kundinnen und Kunden zurückgeben können; als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit können wir für unsere Kundinnen und Kunden manches einfach besser gestalten und tun.
ÖBV: Stetiges und solides Wachstum auch 2009
| Prämien: | + 1,4% |
|---|---|
| Prämien Unfallversicherung: | + 3,6% |
| Gesamtverzinsung: | 4% gehalten |
| Bilanzsumme: | + 4% |
ÖBVaktiv: Warum erstellen wir unsere Bilanz so spät im Vergleich zu anderen Unternehmen?
Karl Heinz Setinek: Wir haben als Versicherungsverein im Vergleich zu börsenotierten Unternehmen oder Tochtergesellschaften von ausländischen Konzernen andere Vorgaben. Letztere müssen – man nennt das „fast close“ – bis 10. oder 15. Jänner ihre Bilanzen an die Muttergesellschaften melden. Dort erstellt das Mutterunternehmen auf Basis dieser Zahlen seinen Jahresabschluss. Vergleichbar sind die Bilanzen trotzdem, weil jedes Jahr das gleiche Prozedere stattfindet. Da wir keine Muttergesellschaft bedienen müssen, bleibt uns dieser Zeitdruck erspart. Unsere Bilanz und damit die Gewinnbeteiligung werden jedes Jahr erst im Juni von der Mitgliederversammlung beschlossen.
ÖBVaktiv: Ein weiterer Unterschied besteht auch im Ausweis des Ergebnisses der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT). Das führt zeitweise zu Missverständnissen. Warum?
Karl Heinz Setinek: Wie in einem Verein auf Gegenseitigkeit üblich, muss der Jahresgewinn (= Bilanzgewinn) gleich null sein. Die erwirtschafteten Gewinne gehen als Gewinnbeteiligung an unsere Mitglieder – also an unsere Kundinnen und Kunden – und in die Eigenmittel. Aktiengesellschaften haben auch das Ziel, Aktionäre zu bedienen. Das heißt, sie müssen Dividenden ausschütten, ein hohes EGT**, einen hohen Jahresgewinn, ausweisen. Deshalb ist das EGT nicht vergleichbar.
Josef Trawöger: Darin spiegeln sich unterschiedliche Interessen wider: die Interessen der Aktionäre und die Interessen der Kundinnen und Kunden. Dieser Interessenskonflikt besteht bei uns als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit nicht.
Bei uns ist das Entscheidende, was wir an unsere Kundinnen und Kunden zurückgeben können – und daran wollen und sollen wir gemessen werden.
ÖBVaktiv: Ein spezielles Interesse gilt beim Rückblick angesichts der Wirtschaftsentwicklung der Veranlagung …
Karl Heinz Setinek: Das Volumen der Bilanzsumme ist, wie mein Kollege schon gesagt hat, gewachsen und damit auch die Kapitalanlagen. Das erste Quartal, das sage ich ganz offen, wenn auch ungern – war katastrophal. Meine persönliche Haltung ist vorsichtiger Optimismus! Das Wachstum ist noch sehr langsam. Der Arbeitsmarkt, die Staatsschulden und Budgetdefizite machen uns derzeit Sorgen. Dann ist es vor allem an den Aktienbörsen schnell, meiner Meinung nach viel zu schnell, bergauf gegangen. Und wir befinden uns derzeit in einer Niedrigzinsphase.
Josef Trawöger: Daher ist es wichtig zu betonen:
4% Gesamtverzinsung in der klassischen Lebensversicherung sind eine ganze Menge im Vergleich zu den derzeitigen Zinsen für Sparbücher oder andere Veranlagungsformen. Das zeigt, dass die klassische Lebensversicherung ein Produkt ist, das über alle Konjunktur- und Wirtschaftszyklen hinweg immer eine ganz solide, relativ sichere Performance liefert. Das ist genau das richtige Produkt für eine Altersvorsorge, die ja nicht spekulativ, sondern vorhersehbar sein soll.
Karl Heinz Setinek: Deshalb plädieren wir sehr stark für die klassische Lebensversicherung mit kontinuierlicher Einzahlung.
Josef Trawöger: Die „Klassische“ ist auch traditionell unser absolutes Kerngeschäft, auf sie entfallen 90% unseres Bestandsprämienvolumens – in der Branche liegt dieser Satz bei rund 57%. Ich möchte aber die fondsgebundene Lebensversicherung nicht verteufeln. Vor allem das neue ÖBV-Produkt, unsere „Neue Fondsgebundene“, ist hervorragend. Man muss nur wissen, was man erreichen will. Möchte ich eine solide Altersvorsorge, ist die Grundfeste die klassische Lebensversicherung; möchte ich an steigenden Märkten partizipieren, habe ich mit der Fondsgebundenen ein Investmentprodukt mit zwei Vorteilen: erstens, das Geld wächst mit den Kapitalmärkten und zweitens habe ich ab dem ersten Tag Versicherungsschutz. Wir bieten Versicherungsprodukte an, die zusätzlich Vermögensaufbau ermöglichen.
ÖBVaktiv: 2009 war Ihr erstes Jahr als Zweier-Vorstand. Wenn Sie an Ihre Erwartungen, Hoffnungen, Pläne zu Beginn zurückdenken, was hat sich erfüllt, was hat Sie vielleicht überrascht?
Josef Trawöger: Die Veränderung der Zusammensetzung des Vorstands ist in eine Zeit gefallen, die für die gesamte Branche schwierig war und damit auch für das Unternehmen ÖBV. Als absolut positiv haben sich die kurzen Kommunikationswege in einem Zweier-Vorstand herausgestellt. Fragen sind leicht abzuklären, rasch und kurzfristig diskutier- und entscheidbar und davon, denke ich, hat die ganze ÖBV profitiert. Wir haben ein einheitliches Verständnis von Unternehmensführung und auch davon, wo die ÖBV hin will. Und wir sind der gleichen Ansicht, dass, und auch darüber, wie wir im Unternehmen kommunizieren wollen, nämlich so, dass alle Bescheid wissen.
Der Transformationsprozess nach 20 Jahren Generaldirektion Dr. Johann Hauf ist relativ ruhig vonstatten gegangen; das hatte viel mit der Vorphase zu tun, die friktionsfrei verlaufen ist. Es war auch ein wichtiges Signal an alle in der ÖBV: der Vorstand setzt auf Kontinuität und entwickelt das Unternehmen in diesem Sinne weiter. Und das ist, auch mit Unterstützung aller Kolleginnen und Kollegen, gelungen.
Karl Heinz Setinek: Die Zeit allgemein ist schneller und unsicherer geworden, die Probleme im Wirtschaftsleben sind größer geworden. Aber geteilte Arbeit ist halbe Arbeit und geteilte Freude ist doppelte Freude: Wir haben in diesem Jahr beides erlebt, wir sind nicht immer einer Meinung, aber wir finden problem- und sachorientiert zusammen. Wir sind beide betriebswirtschaftlich orientiert und haben beide ein ÖBV-Herz.
ÖBVaktiv: Welche Pläne, Vorhaben gibt es im laufenden Jahr?
Josef Trawöger: Der Schwerpunkt liegt im Aus- und Aufbau der hauptberuflichen Außendienst-Mitarbeiterschiene und des entsprechenden Managements. Die neue Vertriebsstruktur muss sich setzen, vertiefen und gelebt werden. Unser Ziel ist, dass jede Kundin und jeder Kunde aktiv betreut und mindestens einmal im Jahr kontaktiert wird.
Karl Heinz Setinek: Dem zugrunde liegt unsere tiefe Überzeugung, dass das ÖBV-Geschäftsmodell überlebens- und ausbaufähig ist. Wir werden an unseren Schwächen weiter arbeiten und unsere Stärken verbessern. Das heißt, wir werden nicht nur unsere Nische verteidigen, sondern auch noch in andere Kundenbereiche vorzudringen versuchen.
Wettbewerb macht nicht Angst, sondern belebt. Die ÖBV war in den vergangenen 115 Jahren äußerst erfolgreich, und wir sind auch für die weitere Zukunft optimistisch.“
** In der Bilanz eines Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit bedeutet …
EGT: Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit vor außerordentlichem Geschäft, vor Steuern und vor Rücklagenbewegungen.
Garantierter Rechnungszins: Gesetzlich garantierter Mindestzins von derzeit 2,25% Gesamtverzinsung: Garantierter Rechnungszins plus Gewinnbeteiligung
Gewinnbeteiligung: Jener Gewinnanteil, den eine Versicherung erwirtschaftet und der an die Kundinnen und Kunden weitergegeben wird.
Deckungsstock: Das Sondervermögen eines Versicherungsunternehmens, das speziellen, strengen Anlagevorschriften unterliegt und aus dem jederzeit die Verpflichtungen aus laufenden Verträgen erfüllt werden müssen.
ÖBV-Lebensversicherung
Ertragreich sparen? Ja, ganz sicher!
Die ÖBV-Lebensversicherung ist der sicherste Weg, ein kleines Vermögen anzusparen und gleichzeitig die Familie abzusichern – und sie bietet Ihnen gleich dreifache Sicherheit.
» weiter
Lebensversicherung
Ertragreich sparen? Ja, ganz sicher!
