Mit der ÖBV durchs Leben
Franz Köchler
Ein Leben für die ÖBV
Es war im Jahr 1975, als Franz Köchler im zarten Alter von 54 Jahren bei der ÖBV als nebenberuflicher Kundenbetreuer anfing. Drei Jahre später ging er bei den ÖBB in Pension – bei der ÖBV denkt er auch nach seinem 90. Geburtstag am 22. Jänner 2011 noch lange nicht ans Aufhören …
Sie haben richtig gelesen: Franz Köchler ist 90 Jahre jung und damit nicht nur der älteste aktive Mitarbeiter der ÖBV, sondern sicher auch einer der ältesten Berufstätigen Österreichs. Die Arbeit hält ihn jung – und so verwundert es seine Vorarlberger Kolleginnen und Kollegen nicht, dass er 2010 die Bonifikation für nebenberufliche Mitarbeiter erreicht hat.
Franz Köchler ist ein Phänomen, auf das inzwischen auch der ÖBV-Vorstand aufmerksam geworden ist. So staunte Vorstand Mag. Dr. Karl Heinz Setinek nicht schlecht, als er bei einem Abendessen in Bregenz seinen Lebenslauf erzählen wollte; Franz winkte ab und meinte lapidar: „Den kenn ich schon, den hab ich mir vom Internet heruntergeladen und gelesen.“

Franz Köchler mit Vorstandsdirektor Mag. Dr. Karl Heinz Setinek
Auch Vorstandsvorsitzender Mag. Josef Trawöger und sein Stellvertreter Dr. Karl Heinz Setinek ließen es sich nicht nehmen, dem ÖBV-Büro Bregenz einen Besuch abzustatten, um den ältesten Mitarbeiter der ÖBV persönlich kennenzulernen.
ÖBVaktiv: Franz, gratuliere nochmals zum Neunziger – wie geht es dir?
Franz Köchler: Mir geht’s eigentlich sehr gut.
ÖBVaktiv: Wie war das damals, als du bei der ÖBV angefangen hast?
Franz Köchler: Es war ganz anders als heute. Man hatte keine Anträge, sondern ein Heftchen, in dem der Kunde ankreuzen konnte, was und wie viel er mehr zahlen möchte – zum Beispiel eine Prämienerhöhung um fünf Schilling oder den Neuabschluss einer Lebensversicherung.
In Lustenau wurde mit dem Prokuristen Scheppe ein neuer Tarif der Er- und Ablebensversicherung getestet und nach ersten Erfolgen in ganz Österreich eingeführt.
ÖBVaktiv: Wie viele Mitarbeiter hast du zu Spitzenzeiten betreut und wann war das?
Franz Köchler: Im Laufe der Jahre waren es insgesamt 36 Mitarbeiter, zur Spitzenzeit ca. 16, das war vermutlich 1984.
ÖBVaktiv: Was bedeutet für dich Erfolg?
Franz Köchler: Erfolg ist, wenn die Kunden zufrieden sind.
ÖBVaktiv: Gibt es für dich ein „Geheimnis des Erfolgs“?
Franz Köchler: Gibt’s keines.
ÖBVaktiv: Welche Tipps hast du für unsere neuen ÖBV-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter?
Franz Köchler: Mit den Kunden viel reden und das Naheverhältnis zu den Kunden suchen.
ÖBVaktiv: Wie viele Termine absolvierst du in der Woche?
Franz Köchler: Das ist verschieden, das Telefon läutet bei mir jeden Tag. Drei bis vier Termine pro Woche sind es ungefähr.
ÖBVaktiv: Was hast du vor deiner ÖBV-Karriere gemacht?
Franz Köchler: Geboren und aufgewachsen bin ich in Terfens in Tirol. Auf Anordnung meines Vaters musste ich bereits mit 17 zum Militär einrücken. Somit war ich von Dezember 1938 bis September 1945 bei der Wehrmacht, davon vier Jahre im Krieg an der Front. Ich war in den Kriegsjahren im Polen-Feldzug, in Frankreich, in Griechenland und an der Eismeerfront. Dort wurde ich durch einen Granatensplitter verwundet. Beim Militär bekam ich anfangs eine Besoldung von 50 Pfennig pro Tag, am Ende war ich Feldwebel.
Ich habe bei den ÖBB am 12. September 1945 als Kohlenschaufler begonnen, konnte aber nach drei Monaten in den Verwaltungsdienst wechseln. Ab 1954 war ich dann bis zu meiner Pensionierung bei der Bodenseeschifffahrt. Ich habe den kommerziellen Verwaltungsdienst geleitet, dazu gehörte auch die Schiffsvermietung.
ÖBVaktiv: Du hast in deinem langen Leben sicher viel erlebt – was waren die außergewöhnlichsten Ereignisse in deinem Leben?
Franz Köchler: Das war der Krieg. Beim Polen-Feldzug war ich an vorderster Front als MG-Schütze dabei. Ein weiteres Erlebnis hatte ich bei den ÖBB: Der Präsident der ÖBB-Direktion in Innsbruck war mein Vorgesetzter und wir gingen kurz hintereinander in Pension. Er fragte mich spontan, ob er mir seine Schiffshütte in Fußach vererben dürfe. Ein paar Jahre später verstarb er und ich erbte tatsächlich die Hütte am See. In dieser wurden zahlreiche Grillfeste mit meinen ÖBV-Mitarbeitern gefeiert.
ÖBVaktiv: Wie hast du es geschafft, so lange aktiv zu bleiben, was hält dich jung?
Franz Köchler: Ich lebe frei und froh – es geht mir gut und ich mache die ÖBV-Tätigkeit als Hobby. Mir macht die Arbeit Spaß.
ÖBVaktiv: Wie lautet dein Lebensmotto?
Franz Köchler: Hab ich keines.
ÖBVaktiv: Was sind deine Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Franz Köchler: Gesund bleiben.
ÖBVaktiv: Das wünschen wir dir von ganzem Herzen – danke für das Interview!
(Hans-Jürgen Gasser)
Foto links: Die Vorarlberger Kolleginnen und Kollegen Marcel Heinek, Andrea Haumer, Hans-Jürgen Gasser, RVL Peter Notegger, Julia Künz, Franz Köchler, Vorstandsvorsitzender Mag. Josef Trawöger und Roland Marschall. (Die hauptberuflichen Mitarbeiter/-innen Nicole Loser und Norbert Fussenegger waren beim Fotoshooting leider nicht anwesend.)
