ÖBV Porträts - wir stellen vor:
Dr. Peter Mesaric
ist als ÖBV-Arbeitsmediziner acht Stunden pro Monat für
die ÖBV tätig.Facharztausbildung zum Internist mit den Schwerpunkten Rheumatologie und Immunologie. Als Oberarzt im Sanatorium Hera tätig. 1995/96 arbeitsmedizinische Ausbildung. Dr. Mesaric ist auch im Sanatorium Hera als stv. Arbeitsmediziner tätig.
Zeitdruck steht in einschlägigen Statistiken an erster
Stelle für Belastungen, die im betrieblichen Alltag auftreten
und unter Umständen zu gesundheitlichen Problemen führen
können. Während körperliche Beanspruchung als
Risikofaktor mehr und mehr in den Hintergrund gedrängt
wird, sind geistig-psychische Belastungsfaktoren am Arbeitsplatz,
Stichwort Mobbing, im Zunehmen. Eine Tendenz, die auch „unser“
Arbeitsmediziner Dr. Peter Mesaric, bestätigt - allerdings
nicht für unser Unternehmen.
Dr. Mesaric über seinen Tätigkeitsbereich in der
ÖBV:
"Die Tätigkeit des Arbeitsmediziners ist einerseits die Zusammenarbeit mit den Sicherheitsfachkräften eines Unternehmens. Es finden regelmäßig Begehungen und Evaluierungen von Arbeitsplätzen statt, ob sie den sicherheitstechnischen Vorschriften entsprechen. Der Arbeitsmediziner wird bei medizinischen Fragestellungen hinzugezogen. Wir versuchen, dass wir etwa alle zwei Monate eine Abteilung anschauen, vor allem auch nach Übersiedlungen. Das ist auch wichtig für meine Präsenz im Haus, weil ich die Angestellten ja auch gerne kennen lernen möchte und möchte, dass sie mich persönlich und nicht nur als Namen kennen.
Dann gibt es noch die Unterweisungspflicht des Arbeitgebers, das heißt, dass wir gesetzlich beauftragt sind, bezüglich Arbeitssicherheit, sicherheitstechnischer Belange und generell Arbeitnehmerschutz zu unterweisen. Der dritte Punkt ist die präventivmedizinische Betreuung wie z.B. Impfaktionen. Im Rahmen der Betriebsambulanz haben wir rein beratende Funktion, keine kurative.
Bei Bürotätigkeiten, wie sie in einem Unternehmen
wie der ÖBV dominieren, geht es eher um Ergonomie der
Arbeitsplätze, also um Belastungsfaktoren, die meist
erst langfristig feststellbar sind.
Natürlich war für meine Ausbildung als Arbeitsmediziner
auch ausschlaggebend, dass durch das ArbeitnehmerInnenschutzgesetz,
das 1995 in Kraft getreten ist, die Möglichkeit entstand,
sich ein zusätzliches Standbein aufzubauen.
Das ArbeitnehmerInnenschutzgesetz ist enorm wichtig und es muss darauf geachtet werden, dass es nicht wieder ausgehöhlt wird, weil die Arbeitswelt insgesamt ohnehin immer belastender wird, vor allem durch Klimafaktoren am Arbeitsplatz, Stichwort Mobbing. Die Arbeitswelt insgesamt ist härter, aggressiver geworden und die Menschen geraten leichter unter Druck als in früheren Jahren.
Wichtig ist es, Umstände, die zu belastenden Situationen führen können, zu erkennen und die Offenheit zu signalisieren, dass Dinge angesprochen werden können, bevor sie zum Problem werden. Der Arbeitsmediziner sollte dafür eine Ansprechperson sein und eine vermittelnde Rolle einnehmen, vor allem wenn gesundheitliche Probleme drohen.
Insgesamt funktioniert die Zusammenarbeit sehr gut, sowohl mit den Sicherheitsfachleuten als auch mit dem Betriebsrat. Ich habe den Eindruck, dass die Arbeitsbedingungen hier sehr gut sind und die Arbeitsplatzzufriedenheit sehr groß ist. Das ist für die Existenz eines Betriebes enorm wichtig. Man spürt, dass die Betriebskultur eine sehr gute ist und das erleichtert die Tätigkeit für den Arbeitsmediziner.
Vorstellen könnte ich mir, den Präventivbereich auszubauen, zum Beispiel Schulungen im Bereich Wirbelsäule, etwa mit einer Physiotherapeutin oder mit einem Ernährungswissenschafter/in zum Thema Essen. Möglich wären auch Blutdruckmessaktionen oder eine Muttermaluntersuchung mit einem Fachkollegen. Ich finde es wichtig, im präventiven Bereich noch mehr zu sensibilisieren. Gesundheit und Wellness sind ja in aller Munde und letztlich ist es auch ein Kostenfaktor, wenn Prävention unterbewertet wird."
