Mit der ÖBV durchs Leben
ÖBV Porträts - wir stellen vor:
Werner Schleritzko
Abteilungsleiter Asset Management
Vom verbreiteten Klischee des „Börsengurus“ ist Werner Schleritzko weit entfernt. Daher ist es wohl auch kein Zufall, dass der ruhig und besonnen auftretende Börsenspezialist in der ÖBV tätig ist. In einem Unternehmen, das Sicherheit, Verantwortungsbewusstsein und Langfristigkeit auch in der Veranlagungsstrategie zu seinen wichtigsten Prioritäten zählt, ist der Abteilungsleiter am richtigen Platz.
Herr Schleritzko wurde 1968 in Wien geboren und begann seine berufliche Laufbahn nach dem absolvierten Gymnasium in Floridsdorf und dem Präsenzdienst 1989 in der Creditanstalt-Bankverein, wo er nach einem Jahr in einer Bankfiliale in die Aktiensales-Abteilung der Bank wechselte. Nach insgesamt sieben Jahren in der CA wechselte er in die Raiffeisen Zentralbank, wo er ebenfalls für die Betreuung institutioneller ausländischer Großkunden zuständig war.
Ende 1999, nach knapp vier Jahren in der RZB, zog es ihn zu einem der damals "spannendsten" Unternehmen, Libro in Guntramsdorf, als Investor Relations Manager und er war für die gesamten börserelevaten Agenden zuständig. Er blieb der Libro AG, die leider wie viele "Stars" der so genannten "new economy" in den Jahren 2000/2001 recht unerfreulich endete, bis zum Ende ihres Börselebens im Sommer 2001 treu.
Seit Oktober 2001 ist Herr Schleritzko in der Veranlagung der Österreichischen Beamtenversicherung aktiv und war schon bis Herbst 2007 operativ für den größten Teil des Managements der veranlagten Gelder der ÖBV zuständig, seit Oktober 2007 ist er auch nominell als Abteilungsleiter für die Veranlagung, die aus derzeit drei Personen besteht, verantwortlich.
Privat ist Herr Schleritzko seit 1998 verheiratet und hat eine Tochter, die 2007 geboren wurde. Sein Haupthobby neben der Familie, die Eisenbahn, pflegt er nicht nur im Modellbau (bevorzugt Schmalspur im Massstab 1:87), sondern er schreibt auch selbst an einem Buch über die Salzkammergut-Lokalbahn. Sportlich betätigt er sich vor allem beim Schi fahren, Wandern und Radfahren - was auch heuer wieder ganz oben auf der Liste der Neujahrsvorsätze steht.
Wir haben Werner Schleritzko gebeten, von seiner Arbeit zu erzählen.
"Ich bin seit meinem Eintritt in die ÖBV im Oktober 2001 für die Veranlagung jener Gelder zuständig, die bei uns – überwiegend aus den Lebensversicherungen stammend – im so genannten "Deckungsstock" liegen, d.h. für das Geld unserer Versicherten. Das sind nicht nur Beamte oder Vertragsbedienstete, bei der ÖBV kann sich jede und jeder versichern.
Aufgrund unserer Rechtsform als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit sind unsere Versicherten unsere Mitglieder. Und dieser Rechtsform ist es zu verdanken, dass die ÖBV in Österreich immer eine der höchsten Gewinnbeteiligungen ausgewiesen hat.
Diese Gewinnbeteiligung erwirtschaften wir durch einen rund 80%igen Anteil von festverzinslichen Wertpapieren – das sind Anleihen und Darlehen von Emittenten mit ausgewählt guter Bonität. Knapp 10% entfallen auf direkt gehaltene Immobilien und aktuell nur weniger als 5% auf Aktien. Aus den festverzinslichen Wertpapieren kommt der Großteil der planbaren Erträge. Zusätzlich ist die Steuerung der Aktienquote sehr wichtig.
Ganz wichtig ist die Erstellung der geplanten Aufteilung der Vermögenswerte, die so genannte Strategische Asset Allocation, in der die Bandbreiten für einzelne Veranlagungsarten festgestellt wird; um Marktchancen möglichst gut zu nützen, setzen wir in der Taktischen Allokation oft temporäre Schwerpunkte auf Sondersituationen, um hier einen Mehrwert zu generieren. "
Beim Veranlagen fallen natürlich verschiedenste Tätigkeiten an, wie die Verhandlungen mit Banken und Kapitalanlagegesellschaften bezüglich Konditionen sowie Geschäftsabschlüsse. Die genaue Prüfung durch die Finanzmarktaufsicht und die Deckungsstocktreuhänder erfordert ebenfalls eine Menge an Zahlen und Reportings.
"Ein Hauptfokus ist auch die – sehr gut funktionierende – Zusammenarbeit mit dem Risikomanagement der ÖBV und dem Rechnungswesen, sowohl bei der Abwicklung der gemachten Wertpapiergeschäfte als auch bezüglich der Reportings und Datenlieferung für die Bilanz sowie Meldungen an die Finanzmarktaufsicht."
Deckungsstock
Ein Versicherungsunternehmen muss die Beiträge der Versicherten so anlegen, dass damit jederzeit die Verpflichtungen aus den laufenden Verträgen erfüllt werden können. Diese Mittel sind der Deckungsstock. Sie stellen ein Sondervermögen des Versicherers dar, sind getrennt vom übrigen Vermögen des Unternehmens zu verwalten und unterliegen speziellen, strengen Anlagevorschriften, die die Sicherheit, Rentabilität und Liquidität gewährleisten. Der Deckungsstock ist für die Ansprüche der Versicherungsnehmer reserviert und konsequenterweise dem Zugriff anderer Gläubiger entzogen.
Die ÖBV ist traditionell in der Veranlagung sehr vorsichtig und tendenziell risikoavers aufgestellt – was sich in schwierigen Marktphasen absolut bezahlt macht.
