ÖBV Porträts - wir stellen vor:
die Versicherungsmathematik
Wer sich Versicherungsmathematik als langweilige und trockene Materie vorstellt, der irrt. Der Leiter unserer Stabsstelle für Versicherungsmathematik Walter Zimmermann und sein Stellvertreter Mohammad Nejati finden ihren Arbeitsbereich sehr abwechslungsreich, vielfältig und spannend. Jeder Tag bringt etwas Neues, das sie vor neue Herausforderungen stellt und das schätzen beide:
"Grundsätzlich bestehen unsere Aufgaben in der
mathematischen Tarifkalkulation und Produktentwicklung, der
Erstellung der Geschäftspläne und Versicherungsbedingungen
bis hin zu den Polizzenmustern.
Das Aufbereiten von Entscheidungsgrundlagen für den Vorstand
gehört ebenso dazu wie die Erstellung der technisch-mathematischen
Bilanz und umfangreicher Statistiken (Bestandsentwicklungen,
Bilanz- und Schadensauswertungen, etc.) für die Aufsichtsbehörde
und den Versicherungsverband.
Wir sorgen weiters dafür, dass die tariflichen Berechnungsprogramme
für Beiträge, Reserven, Offertwerte, Gewinnbeteiligung,
etc. und des Versicherungsbestandes die richtigen Werte liefern.
Darüber hinaus sind wir Anlauf- bzw. Servicestelle für
sämtliche versicherungsmathematische Angelegenheiten
und versicherungstechnische Spezialfragen in der gesamten
ÖBV; dazu zählt die enge Zusammenarbeit mit nahezu
allen Bereichen der Verwaltung und des Verkaufs, aber natürlich
auch der Kontakt zu den Kunden bei speziellen Anfragen bzw.
Beschwerden.
Voraussetzung für unsere Arbeit als Mathematiker ist
das Studium Versicherungsmathematik an der Technischen Universität
Wien, wo wir die fachliche mathematische Ausbildung, aber
auch eine Grundausbildung in versicherungsrechtlichen und
bilanzmäßigen Bereichen genossen haben.
Für die Erstellung der abteilungsinternen Berechnungsprogramme
sind für uns auch EDV-Kenntnisse, im Speziellen Programmierkenntnisse,
erforderlich, die auch bei den Test- und Koordinationsarbeiten
mit dem EDV-Dienstleister von Vorteil sind.
Die angeführten Tätigkeitsbereiche sind von unserer
Abteilung sowohl für die Lebensversicherung als auch
für die Unfallversicherung abzudecken."
Walter Zimmermann hat auch die Funktion des verantwortlichen
Aktuars wahrzunehmen, den jede Lebensversicherung nach dem
Versicherungsaufsichtsgesetz bestellen muss. Der Aktuar hat
darauf zu achten und bestätigt mittels Testat, dass die
Erstellung der Tarife und die Berechnung der versicherungstechnischen
Rückstellungen nach den dafür geltenden Vorschriften
(Geschäftsplan) und versicherungsmathematischen Grundlagen
erfolgt. Die versicherungstechnischen Rückstellungen
bilden die größte Position der Passivseite der
Bilanz einer Lebensversicherung und betrugen für das
vergangene Jahr für die ÖBV über 1,1 Milliarden
Euro.
Die ÖBV verwaltet in der Lebensversicherung ca. 280.000 Versicherungsverträge und für nahezu alle Verträge muss von den einbezahlten Beiträgen entsprechend den Geschäftsplänen jedes Jahr so viel Geld reserviert werden, dass bei Versicherungsablauf die dafür garantierten Versicherungsleistungen erreicht werden. Darüber hinausgehende, von der ÖBV erwirtschaftete Überschüsse werden in Form der Gewinnbeteiligung an die Versicherungsnehmer weitergegeben. In der Unfallversicherung verwaltet die ÖBV ca. 180.000 Verträge.
"Es ist wirklich eine Herausforderung, gute Versicherungsprodukte
- wofür die ÖBV ja bekannt ist - zu entwickeln.
Sie müssen Wirtschaftlichkeit und Konkurrenzfähigkeit
verbinden, weil man ja sehr langfristige Verträge eingeht.
Der Kunde zahlt für einen Vertrag immer den gleichen
Beitrag, die laufenden Kosten unterliegen aber einer stetigen
Veränderung.
Für jeden Tarif gibt es einen Geschäftsplan, in
dem die Sterbewahrscheinlichkeiten, der Rechnungszins, die
Gewinnbeteiligung und die rechnerischen Kostensätze für
Vertrieb und Verwaltung festgelegt sind. Weiters steht im
Geschäftsplan - den wir erstellen - wie viel von den
Beiträgen bilanzmäßig jedes Jahr rückgestellt
werden muss.
Die von der Mathematik ermittelten Werte gehen in die Passivseite der Bilanz ein. Diesen Werten stehen auf der Aktivseite vornehmlich die Kapitalanlagen (festverzinsliche Wertpapiere, Investmentfonds, Aktien, etc.) gegenüber, für deren Veranlagung das Finanzressort zuständig ist, um für unsere Kunden das Beste herauszuholen."
