ÖBV - Österreichische Beamtenversicherung, Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit - ÖBV Versicherung

die ÖBV in der Presse
Die Trouba Tour - Das Grabenfest 2002

Im Zeichen sinkender öffentlicher Kulturbudgets wird auch bei uns immer mehr über private Kulturförderung geredet. Eine Vorreiterrolle auf diesem Sektor hat die Österreichische Beamtenversicherung. Seit 11 Jahren leistet sie sich ein eigenes kleines Festival - die Grabenfesttage in Wien, eine 3-tägige Reihe zur Gänze privat finanziert.

Statt Eintritt zu zahlen, spenden die Besucher jeweils für einen wohltätigen Zweck. Heute beginnen die Grabenfesttage 2002. Wir hören Frau Frank:

Was braucht ein Festival heutzutage am meisten, um Erfolg zu haben?
Wiedererkennbarkeit, ein klares Profil. Bei den Grabenfesttagen geht das Erfolgsrezept so:
Man engagiert ein paar bekannt kreative Köpfe aus der bunten Szene zwischen Improvisation und komponierter Musik. Heuer z. B. Franz Hautzinger, Bertl Mütter, Christoph Cech oder Renald Deppe und man gibt bei diesen Leuten lauter neue Werke in Auftrag.

Allerdings, und das ist der Punkt, alle schreiben zu einem vorgegebenen Thema: Diesmal geht es um Musik und Liebe. Motto der Grabenfesttage: Die Trouba Tour.
Werner Korn, Kurator des Festivals, holt zur Erklärung aus: „In erster Instanz muss man sagen, dass seit den letzten Grabenfesttagen der 11. September gewesen ist. Da ist es darum gegangen, eine Brücke zwischen den Kulturen zu suchen.“ Dafür hat sich eine starke Symbolfigur gefunden: Eben ein Troubadour. Sajat Nova, Dichter und Sänger des 18. Jahrhunderts aus Armenien.

Als historische Figur war er einerseits immer Außenseiterfigur, er ist immer als ein Wanderer zwischen den Grenzen unterwegs gewesen, noch dazu mit einer sehr positiven Botschaft.
Denn ein Troubadour singt schließlich von der Liebe. Sajat Novas Melodien sind das Ausgangsmaterial für die neuen Stücke österreichischer Musiker, die bei den Grabenfesttagen uraufgeführt werden. Auch ein ganz junges Talent ist dabei: die Tirolerin Judith Unterpertinger mit ihrer Band, die sich „Der böse Zustand“ nennt. Sie hat die Sajat Nova- Musik bewusst nicht wörtlich zitiert: „Ich habe mich davon inspirieren lassen, aber ich habe auch immer versucht, sofort zu durchbrechen. Für mich war eher der Inhalt, Liebe und auch das Scheitern daran, wichtig.“

Lieder von Sajat Nova werden aber auch im Original aufgeführt: von dem armenischen Schauspieler, Regisseur und Sänger Ashot Adamian.
„Sajat Nova hat es wirklich geschafft, eine Brücke zwischen Moslems und Christen zu schlagen, denn seine Lieder sind auch den Persern, den Türken, ja den Aserbaidschanern vertraut.“

Ashot Adamian zu treffen wird auch Filmfreunde interessieren. Er ist nämlich ein Schüler von Tarkovski und hat gemeinsam mit Atom Egoyan den Film „Kalender“ gedreht, der bei der Berlinale ausgezeichnet wurde.

ORF, Rundfunk, Morgenjournal, 19.6.2002

nach oben