ÖBV - Österreichische Beamtenversicherung, Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit - ÖBV Versicherung

Foto: GD Dr. Johann Hauf

die ÖBV in der Presse
Ein Stück freier Himmel - Grabenfest 2005

Was macht der Generaldirektor eines bekannten österreichischen Unternehmens, wenn er eine wunderschöne Immobilie im Firmenbesitz, zahlreiche befreundete Künstler und eine ausgeprägte Liebe zur Musik hat? Er könnte doch ein Festival gründen, es als Sponsoringposten seiner Firma betreiben und die Einnahmen noch dazu einem gute Zweck spenden...

Auch wenn es beinahe zu schön klingt, um wahr zu sein: genau das tut Johann Hauf, Generaldirektor der Österreichischen Beamtenversicherung seit 1991. Als Veranstaltungsort bot sich der damals frisch renovierte Grabenhof in der Innenstadt an. Für die Umsetzung fand er den Musiker, Komponisten, Veranstalter und Freund Renald Deppe, der die ersten Grabenfestjahre kuratierte.

Für Hauf war es damals ein wichtiger Gründungsgedanke, die drei Tage, an denen jährlich zu Sommerbeginn die Grabenfesttage stattfinden, sowohl ins Zeichen des Kunstschaffens zu stellen, als auch auf einen ganz wichtigen Ansatz nicht zu vergessen: auf den des Feste-Feierns. Und so sind die Grabenfesttage heute auch ein geselliger Treffpunkt für Künstlerkollegen, Mitarbeiter der ÖBV und ein interessiertes Publikum. Darüber hinaus stellen die Eintrittsgelder über die Jahre hindurch eine Einnahmequelle für karitative Zwecke dar.

Aber nicht nur im Außenverhältnis zu seinem Publikum sind die Grabenfesttage ein kulturelles Kulinarium, auch die jährliche Entwicklung der Programme steht im Zeichen des höchsten Wohlbefindens aller am Zustandekommen beteiligten. Den Grabenfesttagen wird stets ein Thema verpasst, so wie etwa in den vergangenen Tagen das Motto »Schwarzwaldklinik« oder »Das kalte Herz«. Denn der Schwarzwald bietet nicht nur die Kulisse für klinische Arztmärchen, in seinen besseren Zeiten war er erheblich unheimlicher. Nicht Dr. Brinkmann, sondern Waldgeister, Köhler und Märchenerzähler tummelten sich im Schatten der Tannen. Wilhelm Hauff, der Märchenerzähler, beschränkte sich schon damals nicht auf die Botschaft der bescheidenen Sittsamkeit, sondern nahm durch die Betrachtungen seiner frühindustriellen Zeitgenossen, den wandernden Händlern und ihrer weitgereisten Erfahrung gleichsam das vorweg, was wir heute neudeutsch Globalisierung nennen. Drei Tage Grabenfestival waren demnach auch drei spannende Kompositionsabende um Philip Zoubek, Thomas Grill und Stefan Heckel, gelesen wurde von Johannes Poigenfürst.

So sehr die Grabenfesttage nach Avantgarde riechen, Johann Hauf verliert sich nicht in romantischen Märchenwelten des vorvergangenen Jahrhunderts, sondern weiß die Positionierung seiner Aktivitäten auch recht kühl zu bewerten. Die Grabenfesttage sollen natürlich Künstlern und Mitwirkenden eine kreative Spielwiese sein, andererseits aber auch die Aufgabe erfüllen, sich positiv auf das Image des Hauses auszuwirken und als Teil der vielfältigen Aktivitäten, die das Haus im Rahmen seiner kulturellen und wissenschaftlichen Engagements setzt, entsprechend dokumentiert werden.

Auch im Haus selbst waren die Grabenfesttage anfangs aufgrund ihrer Andersartigkeit nicht unumstritten. Es dauerte Jahre bis auch hier eine breite Akzeptanz gegeben war, zwei begehrte Auszeichnungen, der maezenas 1993 und 2001, haben dazu wohl auch ihren Teil beigetragen. Ein Erfolg nicht nur für »sein« Unternehmen, sondern auch Anerkennung und letztendlich Bestätigung von Johann Haufs epikuräischem Ansatz mit Kultur umzugehen. Seine Freizeit ist überdies auch noch getragen von Engagements in seinem Heimatbezirk, dem 9. Bezirk, wo er einen Kulturverein leitet. Immer seinen Credo getreu: »Ich bemühe mich gerne zu unterstützen, wo ich kann. Grabenfesttage und auch zahlreiche andere Aktivitäten haben durchaus auch internationales Format - und man hat immer Leute um sich herum, die man auch sehr mag.«

Wolfgang Rauscher in "jazzzeit| 55 Juli-August 2005

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