ÖBV - Österreichische Beamtenversicherung, Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit - ÖBV Versicherung

die ÖBV in der Presse
"Lebensversicherung schlägt Fonds"

Analyse deutscher Versicherungsmathematiker: Im Match Sicherheit gegen Risiko haben die Klassiker die Nase vorne

Wien - In den letzten Jahren erzielten Kapital bildende Lebensversicherungen im Schnitt eine Rendite von durchschnittlich sechs bis sieben Prozent. Bei den fondsgebundenen Lebensversicherungen schwankte die Rentabilitätsstabilität zwischen 3,6 Prozent und 21,9 Prozent.

Was eine aktuelle Produktanalyse deutscher Versicherungsmathematiker ergab, könne auch auf Österreich umgelegt werden, meint Johann Hauf, Generaldirektor des größten wechselseitigen Versicherungsvereins, der Beamtenversicherung ÖBV: "Die klassische Lebensversicherung schlägt die Fonds." Die Entwicklung fondsgebundener Lebensversicherungen koste nur viel, bringe aber dem Versicherten im schlimmsten Fall gar nichts. Gerade für die Pensionsvorsorge sei die Sicherheit des Kapitals aber unverzichtbar, da ein Kapitalverlust im Alter kaum mehr ausgeglichen werden könne.

Steuervorteil
Die deutschen Mathematiker haben jedenfalls ausgerechnet, dass Fonds in den vergangenen (zehn, zwanzig sowie dreißig) Jahren zwar deutlich höhere mittlere Renditen erzielt hätten, aber im Vergleich zur Lebensversicherung eine zehn- bis zwanzigmal höhere Standardabweichung ausweisen.

Diese kompensiere den Renditenvorsprung der Fonds und führe zu deutlich niedrigeren "Sharpe Ratios", welche Risiken und Renditen der Vergangenheit zueinander in Beziehung setzen und so die unterschiedlichen Produkte und Anlageformen vergleichbar machen. Christian Sedlnitzky, Uniqa-Vorstandsdirektor und Chef der Raiffeisenversicherung, meint ebenfalls, dass "die klassische Lebensversicherung durchaus ihre Lebensberechtigung hat". Die Kapitallebensversicherung habe in den vergangenen fünf Jahren im Schnitt um 60 Prozent zugelegt und mittlerweile ein Volumen von 75 Mrd. S (5,45 Mrd. EURO) erreicht.

Trotzdem habe es in den vergangenen drei Jahren auch eine Verdoppelung der fondsgebundenen Lebensversicherungen - die es in Österreich seit fünf Jahren gibt - gegeben. Bei ihr können die Anleger den Vorteil der Kest-Freiheit für das Veranlagungsvolumen lukrieren. Wenn Kunden fragen, was denn nun als Altersvorsorgeprodukt besser sei, müsse man die individuellen Vorgaben ansehen.

Für jemanden, der noch überhaupt keine Vorsorge getroffen habe, sei eine klassische Lebensversicherung besser als gar nichts. Damit ist man auf der sicheren Seite daheim. Jüngeren Anlegern, die sich bereits mit Fonds und Aktien auseinander gesetzt haben und sich des Risikos bewusst sind, seien sicher mit der fondsgebundenen Variante besser dran. Interessant ist, dass es immer öfter zu "Doppelgleisigkeiten" kommt, indem zu einer beststehenden klassischen noch eine Fondsversicherung dazugenommen wird.

Wer außerdem faktisch in letzter Minute vom Risiko zur Sicherheit wechseln will, kann auch ein, zwei Jahre vor Erreichung des Pensionsalters auf eine risikoärmere Stufe innerhalb der fondsgebundenen Versicherung umsteigen und vorher möglicherweise lukrierte Gewinne mitnehmen.

Der Standard, 2. Juli 2001 von Monika Bachhofer

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