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Elisabeth Schmirl - Future Recollections

Elisabeth Schmirl, 1980 geboren in Salzburg, studierte Philosophie und Russisch an der Universität Salzburg sowie Malerei, Grafik und neue Medien an der Universität Mozarteum Salzburg. Auslandsaufenthalte und Stipendien führten sie nach Ungarn, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und die USA. 2002 gründete sie eine eigene Druckwerkstatt und 2006 die Kulturinitiative periscope, 2016 wurde sie Obfrau von SUPER – einer Zwischennutzungsinitiative. Als selbstständige bildende Künstlerin mit Ausstellungen im In- und Ausland ist sie seit 2006 aktiv und wurde dafür mehrfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Jahresstipendium des Landes Salzburg 2015, dem Staatsstipendium für Bildende Kunst 2019 und einer Residency im Rockefeller Center Dresden. Ab 2015 war Schmirl als Lehrbeauftragte für Grafik und Malerei an der Universität Mozarteum Salzburg tätig, seit 2019 hat sie eine Professur dafür am Mozarteum (Standort Innsbruck) inne.

Neben der Fülle der analogen und digitalen Bilderwelt, betrachtet Elisabeth Schmirl postmoderne und postfeministische Theorien als Grundlage ihres künstlerischen Schaffens und vertieft die theoretischen Bezüge durch eigenständige Beobachtungen und Inhalte. Inhaltliche Mehrdeutigkeit und die Reflexion von zwischenmenschlichen Verhaltensweisen bzw. Rollenbildern sind signifikante Merkmale ihrer außergewöhnlichen Gummitransfer-Drucke, Gemälde und Zeichnungen, die sie im Frühjahr 2015 im Atrium der ÖBV unter dem Titel „Future Recollections“ präsentierte. Die Arbeit „sitzen warten wünschen I“ befindet sich seit damals in der ÖBV-Sammlung. Ohne Dogmatismus oder unnötige Zuspitzung zeigt die Künstlerin darin ihre Auffassung von Porträt, Öffentlichkeit und Privatsphäre, Körperbewusstsein und Psyche, Vergangenheit und Gegenwart.

Ihre aktuellen Arbeiten spinnen diesen roten Faden inhaltlich und technisch weiter, jedoch haben sich thematische Erweiterungen ergeben, wie der Umgang mit dem Vorhandenen, mit Ressourcen, Mangel und Anhäufungen und dem konsequenten Ausloten von künstlerischen Handlungsmöglichkeiten.

Eine Nachlese zur Vernissage im ÖBV Atrium im Jahr 2015 und den ausgestellten Werken finden Sie hier.

Mehr über die Künstlerin erfahren Sie auf ihrer Website.

Text: Mag.a Maria Christine Holter, Kunsthistorikerin und Kuratorin in Wien

"Bei Elisabeth Schmirl gibt es keine für das traditionelle Porträt üblichen Sitzungen, das oft so spannungsreiche, psychologische Zusammenspiel zwischen Künstlerin und Modell fällt damit weg. Dennoch sind Schmirls Bilder keine seelenlose Materie. Geschickt nutzt sie das emotionale und schauspielerische Potential ihrer virtuellen Modelle und erfindet aus mehreren Bildquellen zusammengesetzte und mit historischen Fotografien verwobene neue Realitäten.“

(Maria Christine Holter, 2015)

In meiner Arbeit reflektiere ich meine eigene Umgangsweise mit dem Vorhandenen, meine Reaktion auf die Menge an Daten, auf die Komplexität der heutigen Zeit.

© Vernissagenfotos: Karl Grabherr