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Magda Csutak - Die Annäherung an die Null

Neben dem Engagement für aufstrebende Kunstschaffende würdigt die Österreichische Beamtenversicherung auch das Lebenswerk arrivierter Künstlerinnen und Künstler in Form einer umfassenden Ausstellung. Das Atrium in der Grillparzerstraße stand daher im Herbst 2016 ganz im Zeichen der 1945 in Sepsiszentgyörgy (Sfantu Gheorghe, Rumänien) geborenen, seit 1977 in Wien lebenden und arbeitenden Konzeptkünstlerin Magda Csutak. 

Csutak kann zu Recht der künstlerischen Avantgarde unseres Landes zugerechnet werden. Ihr Schaffen wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Theodor Körner Preis, dem Österreichischen Staatsstipendium für Bildende Kunst und dem ungarischen Mihály-Munkácsy-Preis. Zudem erwirkte sie in jüngster Vergangenheit mit ihren inhaltlich durchdachten, technisch ausgefeilten und formal minimalistisch gehaltenen multimedialen Werken auch in der breiteren Kunstöffentlichkeit die ihr gebührende Aufmerksamkeit – nicht zuletzt durch ihre Personale in der ÖBV „Die Annäherung an die Null“ und die Aufnahme in eine der renommiertesten Galerien für Gegenwartskunst in Österreich. 

Schon seit dem Keramik-Studium an der Ion Andreescu Hochschule für Bildende Kunst in Kolozsvár und der damit verbundenen Auseinandersetzung mit Mikrobestandteilen von Erden interessiert sich Magda Csutak für chemische, physikalische und mathematische Prozesse. Ihre konzeptuelle Beschäftigung mit scheinbaren Widersprüchen (wie: Nichts und Etwas, Bewegung und Ruhe, Kontinuität und Diskontinuität,…) spiegelt sich auch in jenen Werken wider, die auf Csutaks Faszination für die Wissenschaftsgebiete der Astrophysik und Quantenmechanik gründen. Ein Beispiel dafür mit dem Titel „0-1-2“ von 2014 – eine schwarze, mit Quarzsand überzogene elliptische Holzform mit sparsamer Graphitzeichnung – befindet sich seit 2016 in der Kunstsammlung der ÖBV. 

Eine Nachlese zur Vernissage im ÖBV Atrium im Jahr 2016 und den ausgestellten Werken finden Sie hier.

Mehr über die Künstlerin erfahren Sie auf ihrer Website.

Text: Mag.a Maria Christine Holter, Kunsthistorikerin und Kuratorin in Wien

„In meinen Arbeiten stelle ich drei große Fragen: 1. Was ist körperhafte bzw. körperlose Materie? 2. Was ist die Null (das Nichts, die Ellipse)? 3. Wie verhalten sich Bild und Abbild zueinander?

Diese drei Themen hängen eng miteinander zusammen und erscheinen mir besonders wichtig zum Verständnis unserer zunehmend digitalisierten Welt, einer ,Prothesenweltʻ.

Die spezifische Architektur der ÖBV Zentrale erwies sich dahingehend als eine sehr gute Präsentationsmöglichkeit meines Werks.“   

(Magda Csutak, 2022)

Für mich ist die Null ein strategisches Element zum Weiterdenken, eine Variable, um das Unendliche zu inszenieren, zu "kalkulieren".   

© Vernissagenfotos: Karl Grabherr