Inhalt

Länger leben als das Geld reicht - ein unterschätztes Risiko. 

Können Sie ausschließen, 95 Jahre alt oder älter zu werden? Natürlich nicht! Jeder Mensch hat lebenslange Ausgaben und braucht daher lebenslange Einnahmen. Eine Rentenversicherung leistet genau das – ein lebenslanges Einkommen. Unabhängig davon, wie alt Sie werden! 

Demografische Entwicklung und Einkommen im Alter

Bisher reicht für sehr viele Menschen die gesetzliche Pension aus, um alle wesentlichen Grundbedürfnisse im Alter zu decken. Selbst angespartes Geld wird daher oft primär für nicht unbedingt erforderliche „Luxusanschaffungen“ genutzt. Der demografische Wandel wird dazu führen, dass in Zukunft die gesetzliche Pension für eine immer größere Anzahl von Menschen nicht mehr alle Grundbedürfnisse abdeckt. Dies muss dann die private Vorsorge leisten.

Warum viele Menschen eine Rente brauchen und nur wenige eine Rente wollen

Grundbedürfnisse hat man aber ein Leben lang. Natürlich gibt es Menschen, die so viel Geld haben, dass es selbst dann reicht, wenn sie weit über 100 Jahre alt werden. Für die meisten Menschen dürfte die Situation aber in etwa wie folgt aussehen: Wenn man sich das für Grundbedürfnisse angesparte Geld nicht in Form einer lebenslangen Rente ausbezahlen lässt, dann kommt irgendwann der Zeitpunkt, zu dem das Geld aufgebraucht ist, falls man dann noch lebt. Das Risiko, länger zu leben als das angesparte Geld reicht, ist eines der am meisten unterschätzten Risiken in unserer Gesellschaft.

Mit einer Rentenversicherung kann man dieses Risiko eliminieren. Diese bezahlt nämlich den vereinbarten Betrag Monat für Monat, solange man lebt. Ganz gleich ob man 80, 90 oder über 100 Jahre alt wird. Die Akzeptanz von lebenslangen Renten ist in der Bevölkerung aber dennoch extrem gering. Dies hat insbesondere folgende Gründe:

Unterschätzen der eigenen Lebenserwartung: Wenn man über seine eigene Lebenserwartung nachdenkt, hat man vermutlich die Lebensdauer von Menschen der Generation der eigenen Eltern und Großeltern im Hinterkopf. Da die Lebenserwartung jedes Jahrzehnt um 2,5 Jahre steigt und eine Generation rund 30 Jahre ausmacht, leben die Menschen im Schnitt 7,5 Jahre pro Generation länger. Die eigene Lebenserwartung ist also um rund 7,5 Jahre höher als die Lebenserwartung der Generation der Eltern und um rund 15 Jahre höher als die der Generation der Großeltern. Hat man frühere Generationen im Hinterkopf, dann unterschätzt man massiv, wie viel Geld man im Alter benötigt.

Fokus auf den „Normalfall“: Die Lebenserwartung ist nur ein Mittelwert über viele Menschen, also eine Art „Normalfall“. Wenn man aber nur an den Normalfall denkt, übersieht man das eigentliche Risiko. Der Normalfall ist z.B. für die meisten Menschen, dass man im kommenden Jahr keinen Autounfall hat. Dennoch ist eine Kfz-Versicherung sinnvoll. Das gleiche Prinzip gilt auch für das finanzielle Risiko eines langen Lebens: Der „Normalfall“ ist, dass man ungefähr bis zu seiner Lebenserwartung lebt. Wenn man heute schon wüsste, dass es genau so kommt, könnte man entsprechend planen. Allerdings wird eine heute 50-jährige Frau (die eine Lebenserwartung bis etwa Alter 86 hat) mit einer Wahrscheinlichkeit von knapp 17% ihren 95. Geburtstag erleben. Genau diese Unsicherheit gilt es abzusichern. 

Rente liegt in der „mentalen Schublade“ Investment: Menschen neigen dazu, Produkte in gewisse „mentale Schubladen“ einzuordnen. Die Rentenversicherung scheint bei den meisten Menschen nicht in der Schublade „Absicherung“, sondern in der Schublade „Investment“ zu liegen. Es wird daher häufig nicht die eigentlich relevante Frage gestellt, welche Risiken reduziert werden, sondern nur welche Rendite erzielt werden kann. Was man oft übersieht: Die Rendite einer Rentenversicherung passt sich „automatisch“ dem Leben an. Wer länger lebt, braucht mehr Geld – für den ist die Rendite dann auch höher, da die Rente länger bezahlt wird.

Fazit

Es stellt ein finanzielles Risiko dar, länger zu leben, als das angesparte Geld reicht. Wer das Glück hat, sehr lange zu leben, stellt irgendwann fest: „Mein Geld ist schon weg, aber ich bin noch da.“ Eine lebenslange Rente ist eine Versicherung gegen dieses Risiko.


Der Autor dieses Beitrags, Jochen Ruß, ist Geschäftsführer des Instituts für Finanz- und Aktuarwisenschaften und ferner apl. Professor an der Universität Ulm. Er lehrt ferner Versicherungmathematik an der Universität Ulm sowie an der LMU München.



Kontaktieren Sie uns!

Ihre ÖBV-Beraterin bzw. Ihr ÖBV-Berater steht für Fragen rund um die Themen Versicherung und Vorsorge jederzeit gerne zur Verfügung.

© Österreichische Beamtenversicherung, Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit