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Aus traurigem Anlass ist dieses Porträt dem renommierten Zeichner und Graphiker Ernst Skrička gewidmet. Wie wir erst im Laufe des Sommers erfuhren, verstarb der Künstler am 29. Juni 2020 kurz nach seinem 74. Geburtstag. Unser aufrichtiges Mitgefühl gilt seiner Familie und seinem engsten Freundeskreis!

Die ÖBV ist Ernst Skrička seit seiner Personale im Herbst 2010 im ÖBV Atrium in Wien verbunden und im Besitz der wunderbaren Tuschpinselzeichnung auf handgeschöpftem indischen Bütten „AUFTAUCHEN“ aus dem vierzehnteiligen Zyklus „ATMEN“. So wie in dieser Serie stand in Skričkas gesamtem Œuvre der Mensch im Mittelpunkt seines Schaffens – dessen physische und psychische Befindlichkeit, die in all ihren Dimensionen über die zeichnende Hand ins Bildhafte übersetzt wurde. In jedem neuen Blatt war es das unnachahmlich empfindsame In-sich-Hineinspüren des Künstlers, sein seismographisches Ausloten und Aufzeichnen, das den Werken Unmittelbarkeit und dauerhafte Gültigkeit verleiht.
 
Ernst Skrička wurde 1946 in Wien geboren. Von 1964 bis 1970 studierte er Graphik bei Professor Maximilian Melcher an der Akademie der bildenden Künste in Wien sowie Kunst- und Werkerziehung. Parallel dazu verfolgte er Studien der Geschichte, Kunstgeschichte und Philosophie an der Universität Wien. Neben seiner künstlerischen Karriere widmete sich Skrička ab 1975 voll Engagement der Ausbildung von KunsterzieherInnen an der Pädagogischen Akademie/Hochschule der Erzdiözese Wien. Nach Beendigung der Lehrtätigkeit 2008 verlegte er seinen Lebens- und Arbeitsmittelpunkt in das schon in den 1970er-Jahren mit seiner Familie als Zweitwohnsitz bezogene ehemalige Zollhaus an der österreichisch-tschechischen Grenze in Heinrichs bei Weitra. 

Skrička wurde mit zahlreichen Auszeichnungen bedacht, zuletzt 2003 mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse und 2018 mit dem Niederösterreichischen Kulturpreis (Würdigungspreis in der Kategorie Bildende Kunst).
Ernst Skrička hinterlässt ein großes künstlerisches Werk, der liebenswerte und stets humorvolle Mensch wird fehlen!

Eine Nachlese zur Vernissage im ÖBV Atrium im Jahr 2010 und den ausgestellten Werken finden Sie hier

Mehr über den Künstler erfahren Sie auf dieser Website.

Text: Mag.a Maria Christine Holter, Kunsthistorikerin und Kuratorin in Wien

„Die Linie ist, aus meiner heutigen, durch Jahre entwickelten Sicht heraus, sehr stark mit dem Leben selbst zu vergleichen: Sie hat einen Anfang, sie nimmt einen Lauf, sie muss irgendwo ein Ende haben (außer sie schließt sich zum Kreis) und dieses Ende kann die längste Zeit gar nicht vorhersehbar sein –  und das ist gut so.“

(Ernst Skrička, 2010)

Zeichnen ist das Anhalten der Zeit

© Vernissagenfotos: ÖBV