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Ausschnitt aus: O.T., aus der Serie Shadow Pictures, 2006, Graphitstift auf Molino, 100 x 80 cm. Courtesy ÖBV © Foto: Letizia Werth

Letizia Werth, geboren1974, stammt aus Altrei in Südtirol, lebt und arbeitet aber seit 1994 in Wien. 1999 schloss sie ihr Studium an der Akademie der bildenden Künste bei Wolfgang Hollegha und Franz Graf ab. Es folgten Ausstellungen im In- und Ausland sowie Förderstipendien in New York und China; zudem ist sie Preisträgerin des 28. Österreichischen Grafikpreises. 2009 stellte sie ihre Werke unter dem Titel „There is no story“ im ÖBV Atrium aus.

Schwerpunkt ihrer künstlerischen Produktion sind großflächige Graphit-Zeichnungen auf Leinwand oder Molino, wie an der im Besitz der ÖBV befindlichen Arbeit aus der Serie „Shadow Pictures“ ersichtlich. Werth arbeitet häufig mit vorgefundenem Fotomaterial, das sie in ihr jeweiliges Medium (neben Zeichnung auch Installation und Video) übersetzt und neu interpretiert. Die Vorlagen für die „Shadow Pictures“ sind auf Flohmärkten gefundene Negativstreifen, deren Motive sie mit Graphitstift auf ungrundierte, raue Stoffe als „Positiv“ überträgt und damit die magische Wirkung dieser Arbeiten zur Entfaltung bringt.

Letizia Werths Ausstellung war übrigens die erste, die von Mag. Josef Trawöger in seiner Funktion als neuer Vorstandsvorsitzender der ÖBV eröffnet wurde.

Eine Nachlese zur Vernissage im ÖBV Atrium im Jahr 2009 und den ausgestellten Werken finden Sie hier

Mehr über den Künstler erfahren Sie auf Ihrer Website.

Text: Mag.a Maria Christine Holter, Kunsthistorikerin und Kuratorin in Wien

„In meiner Serie 'Shadow Pictures' wollte ich vom erzählerischen Aspekt des Fotos weg in die Abstraktion hinein – daher der Ausstellungstitel 'There is no story'.

Das Negativ kehrt die Realität wie Licht und Schatten um. Dies abstrahiert die Darstellung ungemein und lenkt die Aufmerksamkeit auf bildimmanente Qualitäten.

Die Installation 'Heart' am Boden des Atriums, eine grafische Darstellung des Herzens, das – wie ich später erfuhr – auch Teil des Logos der ÖBV ist, war sicherlich das Hauptwerk der Ausstellung.“

(Letizia Werth, 2020)

Beleuchtetes versinkt in Dunkelheit, Unauffälliges gerät ans Licht.

© Vernissagenfotos: ÖBV