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Thomas Riess - Blurs & Idols

Thomas Riess, 1970 in Tirol geboren und in Wien und Innsbruck als freischaffender Künstler lebend, bedient sich vorwiegend des Mediums der Malerei. Als Absolvent der Grafikklasse an der Universität Mozarteum in Salzburg findet er seinen schöpferischen Ausdruck aber auch mittels Zeichnung, Collage und Video. Der international agierende Kunstschaffende ist mit seinen Werken in privaten und öffentlichen Sammlungen vertreten.

In seiner künstlerischen Analyse bearbeitet Riess vorgefundenes, aus diversen Medien entnommenes Bildmaterial. Dramatisch in Szene gesetzt und von Licht oder Dunkel umgeben, stehen in seinen großformatigen Gemälden einzelne, meist gesichtslose Individuen sowie der Raum im Mittelpunkt. Riess‘ atmosphärisch dichte Bilder werfen Fragen von existenzieller Bedeutung auf. Es entspinnt sich ein Narrativ, das nicht nur das Sujet, sondern vor allem auch die Eigeninterpretation der Betrachterin und des Betrachters mit einschließt.

Für seine Ausstellung im ÖBV Atrium im Frühjahr 2019 wählte Riess den Titel „Blurs & Idols“. Riess' „idols“ erscheinen als sich selbst entfremdete, entseelte Wesen. Die mittels grober Pinselzüge platzierten Unschärfen, „blurs“, erfüllen eine ähnliche Funktion wie Verpixelungen oder schwarze Balken in Printmedien und Film: Sie sind Störfaktoren, lenken aber zugleich die Aufmerksamkeit auf die (verdeckte) Identität der dargestellten Person. Mit diesem Kunstgriff, den Thomas Riess auch bei der nun in der ÖBV Sammlung befindlichen Arbeit „2:17“ von 2017 anwandte, schafft Riess dystopische Momente, die wachrütteln und unsere gegenwärtige Lebensweise kritisch hinterfragen.

Eine Rückschau zur Vernissage im ÖBV Atrium im Jahr 2019 finden Sie hier

Mehr über den Künstler erfahren Sie auf seiner Website.

Text: Mag.a Maria Christine Holter, Kunsthistorikerin und Kuratorin in Wien

„Das schon fast sakral wirkende Atrium schuf die Möglichkeit für eine spannende Hängung. Die unterschiedlichen Räumlichkeiten und Gangsysteme gaben mir die Gelegenheit, die Ausstellung komplex aufzubauen und immer wieder für Überraschungsmomente zu sorgen. Mit der Kuratorin Jacqueline Chanton und den MitarbeiterInnen ist die kunstaffine ÖBV in professionellen Händen. Danke nochmals an Herrn Mag. Trawöger und sein Team.“ 

(Thomas Riess, 2020)

Meine Malerei ist die Beschäftigung mit den Ebenen des Wahrnehmbaren.

© Vernissagenfotos: Karl Grabherr